
PATTAYA, Thailand – Ein verstörendes CCTV-Video, das derzeit online verbreitet wird, hat erneut ein Verkehrsproblem aufgezeigt, das Thailand seit Jahren beschäftigt: die Missachtung von Zebrastreifen – selbst in unmittelbarer Nähe von Schulen.
Das am 4. Februar von der populären Facebook-Seite Drama-addict veröffentlichte Video zeigt, wie ein Motorradfahrer an einem Fußgängerüberweg nicht anhält und eine Schülerin erfasst, die die Straße ordnungsgemäß überquerte. Der Vorfall ereignete sich am 3. Februar gegen 15.26 Uhr auf der Ekachai Road im Bang Khun Thian Bezirk von Bangkok.
Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie mehrere Schüler den markierten Übergang benutzen. Ein Auto auf einer Fahrspur bremst und hält vorschriftsmäßig an, um den Fußgängern Vorrang zu gewähren. Kurz darauf nähert sich auf der benachbarten Spur ein Motorrad mit höherer Geschwindigkeit, ohne zu verlangsamen, und stößt mit der Schülerin zusammen. Das Mädchen stürzt auf die Fahrbahn, während Umstehende erschrocken reagieren.
Auch der Fahrer stürzte von seinem Motorrad und stand anschließend wieder auf, um nach der verletzten Schülerin zu sehen. Passanten und andere Verkehrsteilnehmer eilten herbei, um Hilfe zu leisten.
Nach der Veröffentlichung des Videos äußerten viele Nutzer in sozialen Medien Wut und Frustration. Zahlreiche Kommentare sehen den Vorfall als weiteres Beispiel für mangelnde Verkehrdisziplin in Thailand, wo Zebrastreifen häufig eher als Straßenmarkierung denn als geschützter Bereich für Fußgänger wahrgenommen würden. Dabei wurde auch der Vergleich mit Ländern gezogen, in denen konsequente Kontrollen dazu führen, dass Fahrzeuge an Fußgängerüberwegen selbstverständlich anhalten.
Die Forderungen nach konkreten Maßnahmen wurden erneut lauter. Diskutiert werden unter anderem erhöhte Zebrastreifen, Bodenschwellen, Rüttelstreifen, blinkende Warnlichter sowie strengere Kontrollen – insbesondere in Schulnähe. Beobachter weisen darauf hin, dass ähnliche Unfälle nicht nur in Bangkok, sondern auch in Pattaya und anderen Städten des Landes immer wieder vorkommen.
Gleichzeitig mahnten einige Nutzer zur Vorsicht nach Unfällen. Schwer verletzte Personen sollten möglichst nicht bewegt werden, da unsachgemäße Hilfe weitere Verletzungen verursachen kann. Stattdessen sollten Rettungskräfte mit entsprechender Ausrüstung die Versorgung übernehmen.
Trotz jahrelanger öffentlicher Diskussionen, viraler Videos und wiederkehrender tragischer Vorfälle ereignen sich Unfälle an Zebrastreifen weiterhin regelmäßig. Für viele Thailänder und langjährige Einwohner ist der jüngste Vorfall daher weniger schockierend als vielmehr ein weiteres Beispiel für ein seit Jahrzehnten bekanntes Problem der Verkehrssicherheit, das bislang nicht nachhaltig gelöst wurde.









