
PATTAYA, Thailand – Klimawissenschaftler weltweit beobachten aufmerksam die mögliche Rückkehr eines starken El-Niño-Ereignisses Ende 2026. Neue Prognosen deuten darauf hin, dass das Wetterphänomen die globalen Temperaturen auf Rekordniveau treiben und 2027 möglicherweise zum heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen machen könnte.
Die Warnung folgt auf aktualisierte Klimaprognosen der World Meteorological Organization (WMO), des UK Met Office sowie der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Diese sehen eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines bedeutenden El-Niño-Ereignisses in der zweiten Hälfte des Jahres 2026.
Nach dem neuesten „Global Annual-to-Decadal Climate Update“ der WMO besteht eine Wahrscheinlichkeit von 91 Prozent, dass mindestens ein Jahr zwischen 2026 und 2030 vorübergehend mehr als 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen wird. Zudem schätzen Wissenschaftler die Wahrscheinlichkeit auf 86 Prozent, dass eines dieser Jahre den bisherigen Temperaturrekord von 2024 übertreffen wird.
Der Hauptautor des Berichts, Dr. Leon Hermanson, erklärte, dass sich gegen Ende des Jahres 2026 voraussichtlich ein El Niño entwickeln werde. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass 2027 ein neues Rekordjahr bei den globalen Temperaturen wird.
El Niño ist ein natürliches Klimamuster, das auftritt, wenn die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik ungewöhnlich stark ansteigen. Das Phänomen beeinflusst Wettersysteme auf der ganzen Welt und wird häufig mit extremer Hitze, Dürren, Überschwemmungen, Waldbränden und veränderten Niederschlagsmustern in Verbindung gebracht.
Wissenschaftler erklären, dass El-Niño-Ereignisse große Mengen gespeicherter Wärme aus den Ozeanen in die Atmosphäre freisetzen. Dies führt häufig dazu, dass die globalen Temperaturen im darauffolgenden Jahr weiter ansteigen. Ähnliche Entwicklungen trugen zu den Rekordtemperaturen der Jahre 1998, 2016 und 2024 bei, die jeweils auf starke El-Niño-Phasen folgten.
Besonders besorgniserregend ist nach Ansicht von Klimaforschern, dass ein künftiger El Niño auf einen bereits deutlich erwärmten Planeten treffen würde. Die fortgesetzten Emissionen von Treibhausgasen haben die globale Durchschnittstemperatur bereits erhöht. Die Kombination aus menschengemachter Erwärmung und einem starken El Niño könnte extreme Wetterereignisse weltweit weiter verschärfen, darunter langanhaltende Dürren, intensivere Hitzewellen, schwere Überschwemmungen und großflächige Waldbrände.
Klimaexperten warnen zudem, dass die zunehmende Wahrscheinlichkeit neuer Temperaturrekorde die anhaltenden Schwierigkeiten widerspiegelt, die Treibhausgasemissionen schnell genug zu senken, um die internationalen Klimaziele zu erreichen. Steigende Konzentrationen von Kohlendioxid und anderen wärmespeichernden Gasen bleiben die Hauptursache der langfristigen globalen Erwärmung.
Zwar bedeutet eine vorübergehende Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze in einem einzelnen Jahr nicht automatisch das Scheitern der Ziele des Paris Climate Agreement. Dennoch weisen Klimaforscher darauf hin, dass solche Überschreitungen mit dem weiteren Anstieg der globalen Temperaturen immer häufiger werden. Die Vereinten Nationen haben bereits gewarnt, dass ohne erhebliche Emissionssenkungen dauerhafte Überschreitungen über mehrere Jahrzehnte hinweg zunehmend wahrscheinlicher werden könnten.
Während sich die Klimamodelle weiterentwickeln, beobachten Wissenschaftler weltweit die Temperaturen der Ozeane und die Bedingungen in der Atmosphäre genau, um besser einschätzen zu können, ob sich der erwartete El Niño zu einem der stärksten jemals registrierten Ereignisse entwickeln wird und welche Auswirkungen dies auf verschiedene Regionen der Erde haben könnte.













