Wenn Bar-Fines schmerzen Pattayas Bars im Vergleich zu Bangkok

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Bar-Girls sitzen entlang der Soi 6 in Pattaya und warten auf Kundschaft, während Nachtlokale angesichts steigender Bar-Fines und Kosten um Besucher konkurrieren. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Mit der anhaltenden Stärke des thailändischen Baht und steigenden Preisen gerät Pattayas Barszene zunehmend unter Druck. Doch nicht nur höhere Betriebskosten sorgen für Unmut, sondern vor allem der wachsende Widerstand der Kundschaft gegen aus ihrer Sicht überzogene Bar-Fines. In Gesprächen unter Langzeitbesuchern und Expatriates zeigt sich immer deutlicher der Eindruck, dass sich Pattayas Nachtleben preislich zunehmend aus dem eigenen Markt herauskatapultiert – insbesondere im Vergleich zu Bangkok.



In beliebten Ausgehvierteln wie Soi 6 und LK Metro liegen Bar-Fines für eine Nacht mit einer Hostess häufig bei über 2.000 Baht. In manchen Fällen haben sich diese Beträge innerhalb weniger Monate verdoppelt oder sogar verdreifacht. Viele Besucher berichten, dass das gebotene Erlebnis den Preis nicht mehr rechtfertige: Enge Sitzplätze und schwacher Service stünden in starkem Kontrast zur lebendigen Atmosphäre der Go-Go-Bars in Bangkok, die weiterhin gut besucht und preislich wettbewerbsfähig seien.

„Der Wechselkurs hat nichts mit den absurden Bar-Fines in Pattaya zu tun“, meint ein Expat. „In Bangkok sind Bars und Go-Go-Clubs voll. Die Leute zahlen Bar-Fines und sind zufrieden. Warum sollte man in Pattaya so viel für ein schlechtes Erlebnis bezahlen?“


Andere Stimmen zeigen Verständnis für die Lage der Barbetreiber, die mit hohen Fixkosten wie Key Money, Lizenzen und Personalkosten zu kämpfen haben. Preissteigerungen bei Getränken und Dienstleistungen seien daher oft unvermeidlich. Kritisch gesehen werden jedoch abrupte und starke Erhöhungen der Bar-Fines, die Stammkunden abschrecken könnten. „Früher habe ich 2.000 Baht für die ganze Nacht gezahlt, bei einer Bar-Fine von 400 Baht. Drei Monate später kostete derselbe Abend 4.500 Baht mit 600 Baht Bar-Fine“, berichtet ein Besucher. „Preise müssen steigen, aber schrittweise – nicht als plötzlicher Schock.“

Ein weiterer Punkt, den viele Expats betonen, ist die Trennung zwischen Bar-Fine und dem Honorar der Hostess. Bars profitieren in der Regel nicht von diesen Gebühren; sie sind Teil einer direkten Vereinbarung zwischen Gast und Hostess. Dennoch prägen hohe Gesamtkosten das Image Pattayas als Ausgehziel.


Häufig wird der Vergleich mit Bangkoks Go-Go-Szene gezogen. Zwar ähneln sich die Preise in den zentralen Touristengebieten beider Städte, doch Bangkok bietet in Nebenstraßen eine größere Auswahl mit günstigeren Preisen und vielfältigeren Erlebnissen. Diese Flexibilität halte Bangkoks Nachtleben lebendig, während Pattaya Gefahr laufe, an Attraktivität zu verlieren – ähnlich wie einst die Soi Patpong, die nach Jahren der Preissteigerungen an Bedeutung einbüßte.

Trotz der Kritik sehen einige Expats weiterhin Chancen für Pattayas Barszene, insbesondere für Gäste, die bereit sind, abseits der Hauptstraßen nach Angeboten zu suchen. „Bars und Hostessen haben das Recht, ihre Preise festzulegen, und Gäste entscheiden, wo sie ihr Geld ausgeben“, fasst ein Leser zusammen. „Doch Pattaya sollte von Bangkok lernen: Kosten und Erlebnis in Einklang bringen – oder riskieren, sein Publikum zu verlieren.“

Mit Blick auf die Hochsaison bleibt offen, ob die Bars ihre Preise behutsam anpassen oder weiter erhöhen und damit womöglich jene Touristen vertreiben, die Pattayas Ruf als Nachtleben-Hotspot einst begründet haben.