Thailändischer Arzt erklärt, warum manche Patienten plötzlich aufhören zu essen oder zu sprechen

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Das Verständnis der letzten Signale des Körpers hilft Familien, Trost, Würde und Unterstützung in den sensibelsten Momenten des Lebens zu geben.

PATTAYA, Thailand – Ein thailändischer Mediziner gibt Einblicke in einen der schwierigsten Momente des Lebens: das Erkennen, wann der Körper an seine Grenzen gelangt. Dabei ermutigt er Familien, Angst durch Verständnis und Mitgefühl zu ersetzen.

Assoc. Prof. Dr. Thaninnit Leerapan, Facharzt für Orthopädie, erklärte über seine Facebook-Seite, dass der Körper in der letzten Lebensphase beginnt, sich auf natürliche Weise „abzuschalten“ – insbesondere bei älteren Menschen oder Patienten mit chronischen, unheilbaren Erkrankungen.

Viele Familien, so der Arzt, stehen vor belastenden Fragen, wenn sich Angehörige plötzlich verändern – schwächer werden, verwirrt wirken oder kaum noch reagieren. Diese Anzeichen zu verstehen, helfe, sich besser vorzubereiten und eine würdevolle Betreuung zu ermöglichen.


Er schilderte den Fall eines 82-jährigen Patienten, der nach und nach das Interesse an Essen, Gesprächen und dem Alltag verlor und immer mehr Zeit schlafend verbrachte. Obwohl die Schmerzen kontrolliert waren, ließ seine Energie langsam nach – „wie eine Kerze, die sich dem Ende neigt“. Schließlich verstarb er friedlich zu Hause, umgeben von seiner Familie, die auf diese Veränderungen vorbereitet war.

Wenn der Körper sich dem Lebensende nähert, beginnen lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge, Leber und Nieren ihre Funktion einzuschränken. Der Sauerstoffgehalt sinkt, die Gehirnaktivität verlangsamt sich, während sich Stoffwechselprodukte im Körper ansammeln – was zu Müdigkeit und Appetitlosigkeit führt. Gleichzeitig konzentriert sich der Blutkreislauf auf die wichtigsten Organe, wodurch Hände und Füße oft kalt oder verfärbt erscheinen.


Im weiteren Verlauf werden die Veränderungen deutlicher: Patienten essen nur noch sehr wenig oder lehnen selbst Lieblingsspeisen ab, schlafen die meiste Zeit und sind schwer zu wecken. Die Atmung kann unregelmäßig werden oder von rasselnden Geräuschen begleitet sein. Die Urinmenge nimmt ab und wird dunkler, während Hände und Füße kälter werden. Viele ziehen sich zunehmend zurück, verlieren das Interesse an Gesprächen oder Aktivitäten. Verwirrtheit kann auftreten, manche erkennen Angehörige nicht mehr oder wirken desorientiert. Andere erscheinen trotz körperlicher Schwäche unruhig, während Blutdruck und Puls sinken. Auch die Augen können sich verändern und wirken oft leer oder abwesend.

In dieser Phase verlagert sich der medizinische Fokus weg von Heilung hin zu Komfort und Würde. Ärzte legen Wert auf Schmerzfreiheit, sorgen für Sauberkeit und Wohlbefinden und setzen Sauerstoff lediglich zur Erleichterung der Atmung ein, nicht zur Lebensverlängerung. Eingreifende Maßnahmen werden in der Regel vermieden, sofern sie nicht unbedingt notwendig sind.


Der Arzt betonte, dass das Gehör oft der letzte verbleibende Sinn ist. Angehörige sollten daher ruhig sprechen, ihre Zuneigung ausdrücken und Trost spenden. Selbst einfache Berührungen wie das Halten der Hand können großen Halt geben.

Abschließend erklärte er, dass das Erkennen dieser Anzeichen nicht dazu dienen sollte, Angst zu schüren, sondern eine letzte Chance bietet: zu fürsorglicher Begleitung, zu Kommunikation und zu einem Abschied in Liebe statt in Reue. Verständnis für den Körper könne helfen, Angst in Akzeptanz zu verwandeln.