Koh Phangan unter Beschuss: Entwickler spricht von „rechtsfreier Insel“ durch Nominee-Netzwerke und staatliche Schwächen

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Koh Phangan gerät erneut in den Fokus, nachdem ein thailändischer Immobilienentwickler Bedenken hinsichtlich Bauvorschriften, Landnutzung und der wachsenden Auswirkungen ausländisch geprägter Entwicklungen auf Wirtschaft und lokale Gemeinschaften äußert.

SURAT THANI, Thailand – Eine wachsende Serie von Razzien gegen illegale Schulen und ausländische Gemeinschaften auf Koh Phangan hat eine breitere Debatte über die Verwaltung der Insel ausgelöst. Ein lokaler Immobilienentwickler warnt vor einem zunehmend „rechtsfreien“ System, das seiner Ansicht nach durch Nominee-Strukturen und unzureichende Durchsetzung staatlicher Vorschriften geprägt ist.

In einem Interview erklärte Preecha Thongyad, jüngste Einsätze – darunter ein aufsehenerregender Fall einer nicht lizenzierten Schule – seien lediglich „die Spitze des Eisbergs“ tiefer liegender struktureller Veränderungen, die Bevölkerung und Wirtschaft der Insel betreffen.

Er verwies auf die Schule als Indikator für demografische Verschiebungen und behauptete, dass von etwas mehr als 100 Schülern 89 israelische Staatsangehörige gewesen seien. Dies deute darauf hin, dass sich ausländische Besucher zunehmend dauerhaft niederlassen, Unternehmen gründen und feste Gemeinschaften bilden.


Preecha schätzt, dass israelische Staatsbürger mittlerweile 60 bis 70 Prozent der ausländischen Bevölkerung auf Koh Phangan ausmachen, neben kleineren Gruppen aus Russland und der Ukraine. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahlen liegt jedoch nicht vor.

Im Mittelpunkt seiner Kritik stehen sogenannte Nominee-Strukturen, bei denen thailändische Staatsbürger formal Mehrheitsanteile an Unternehmen halten, während ausländische Betreiber die tatsächliche Kontrolle ausüben. Zudem behauptete er, dass einige der eingetragenen thailändischen Anteilseigner möglicherweise nichts von der Nutzung ihrer Identität wissen.

Darüber hinaus sprach Preecha von mutmaßlichen Unterstützungsnetzwerken, an denen auch einzelne Beamte beteiligt seien, die Landkäufe, Genehmigungen und Bauvorhaben erleichtern – teilweise unter Umgehung von Bau- und Zonenbestimmungen, insbesondere in sogenannten Grünzonen mit begrenzter Bebauung.

Er verwies konkret auf die Einrichtung jüdischer religiöser Zentren, sogenannter „Chabad“-Einrichtungen, und behauptete, dass Vermittler mit Verbindungen zu staatlichen Stellen bei Landbeschaffung und Genehmigungen geholfen hätten. Diese Vorwürfe sind bislang nicht unabhängig bestätigt worden, und offizielle Untersuchungsergebnisse liegen nicht vor.

Nach Angaben Preechas überschreiten Bauprojekte auf der Insel häufig die gesetzlichen Grenzen. Er nannte Beispiele, bei denen auf Grundstücken deutlich mehr Villen errichtet wurden als zulässig, teilweise ohne ausreichende Infrastruktur.

Zudem äußerte er Bedenken hinsichtlich wirtschaftlicher Verdrängung. Einheimische verlören zunehmend den Zugang zu traditionellen Erwerbsquellen, während Branchen wie Gastronomie, Transport und Unterkünfte seiner Ansicht nach verstärkt von ausländisch geführten Betrieben dominiert werden.


Er beschrieb auch Praktiken wie Untervermietungsmodelle, bei denen Ausländer Fahrzeuge oder Immobilien von Thais mieten und diese innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft weitervermieten oder betreiben – häufig organisiert über soziale Medien.

„Die Einheimischen werden verdrängt“, sagte er und warnte vor einer zunehmenden Konzentration von Ressourcen und Chancen innerhalb ausländischer Netzwerke.

Preecha bezeichnete Koh Phangan zudem als möglicherweise teuersten Wohnort Thailands, mit stark gestiegenen Immobilienpreisen und Lebenshaltungskosten, die er als „verzerrt“ und spekulativ beschreibt.

Als Reaktion habe er begonnen, Wohnprojekte für thailändische Arbeitskräfte zu entwickeln, die sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können – ein Trend, der seiner Ansicht nach durch ausländische Nachfrage verstärkt wird.


Trotz jüngster Maßnahmen der Behörden betonte Preecha, dass die gezielte Verfolgung einzelner Fälle nicht ausreiche. Stattdessen müssten die grundlegenden Ursachen angegangen werden, darunter mutmaßliche Korruption und strukturelle Schwächen in der Durchsetzung.

„Wenn man das eigene System nicht in Ordnung bringt, wird sich das Problem wiederholen“, sagte er und forderte Maßnahmen gegen jene, die illegale Aktivitäten ermöglichen.

Er verwies auf Fälle wie Lam Son in Sri Thanu – ein 119 Rai großes öffentliches Grundstück, das Berichten zufolge trotz Gerichtsurteilen für illegale Resortbetriebe genutzt wird – sowie auf Koh Raham, wo angeblich Landaufschüttungen stattgefunden haben.

Trotz möglicher Risiken erklärte Preecha, er sei bereit, das Thema öffentlich anzusprechen: „Ich werde offen sprechen. Wenn etwas falsch ist und der Gesellschaft schadet, werde ich es nicht akzeptieren.“