Thai-Wirtschaftsführer warnen Wirtschaft muss oberste Priorität der neuen Regierung sein

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Vertreter der Wirtschaft fordern die kommende Regierung auf, Korruptionsbekämpfung zur Priorität zu machen und warnen vor Risiken für wirtschaftliche Effizienz und fiskalische Disziplin. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Vertreter der thailändischen Privatwirtschaft haben die kommende Regierung aufgefordert, wirtschaftliche Herausforderungen und steigende Lebenshaltungskosten zur obersten Priorität zu machen. Gleichzeitig betonten sie die Notwendigkeit eines professionellen Wirtschaftsteams, um das Vertrauen der Bevölkerung und internationaler Investoren wieder zu stärken.

Kriengkrai Thiennukul, Vorsitzender der Federation of Thai Industries, erklärte, dass eine rasche Regierungsbildung entscheidend sei, um Kontinuität in Verwaltung und Wirtschaftspolitik sicherzustellen. Verzögerungen könnten Unsicherheit verstärken und die wirtschaftliche Erholung bremsen.



Er wies darauf hin, dass das Jahr 2026 sowohl für die thailändische als auch für die globale Wirtschaft besonders herausfordernd werde. Eine zentrale Sorge des Privatsektors sei die hohe Verschuldung der Haushalte, die derzeit bei nahezu 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liege und unter Einbeziehung informeller Schulden auf bis zu 104 Prozent steigen könne. Die wachsende Lücke zwischen Einkommen und Ausgaben habe die Kaufkraft spürbar geschwächt.

Als weitere dringende Probleme nannte der Vorsitzende steigende notleidende Kredite bei kleinen und mittleren Unternehmen, Druck auf die Exportwirtschaft durch einen stärkeren Baht, eingeschränkte Liquidität infolge strengerer Kreditvergaben der Banken sowie den zunehmenden Zustrom günstiger Importwaren, der die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen belaste.

Besonders wichtig sei aus Sicht der Wirtschaft die Kontinuität wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Die Beibehaltung eines erfahrenen Wirtschaftsteams würde die schnelle Umsetzung sogenannter „Quick Big Win“-Maßnahmen erleichtern, insbesondere durch die fortgesetzte Zusammenarbeit mit dem Gemeinsamen Ständigen Ausschuss für Handel, Industrie und Banken.

Zugleich forderte der Privatsektor, Korruptionsbekämpfung zu einer nationalen Priorität zu machen. Korruption untergrabe wirtschaftliche Effizienz und fiskalische Disziplin und schwäche langfristig das Vertrauen in staatliche Institutionen.

Abschließend betonte Kriengkrai, dass politische Stabilität von der Bildung einer Regierung mit klarer parlamentarischer Mehrheit abhänge, um eine wirksame Umsetzung von Maßnahmen und nachhaltiges Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten. (NNT)