Smogkrise in Chiang Mai verschärft sich: Waldbrände treiben Luftverschmutzung auf gefährliche Werte – Pattaya bleibt unter klarem Himmel

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Dichter Smog hüllt Chiang Mai ein, während die PM2.5-Werte weit über den Sicherheitsgrenzen liegen. Behörden melden zahlreiche Brandherde und haben eine vollständige Waldschließung angeordnet, begleitet von strengen Maßnahmen gegen illegale Brandrodung.

PATTAYA, Thailand – Die Luftverschmutzungskrise in Nordthailand hat sich weiter verschärft, da anhaltende illegale Waldbrände die Feinstaubwerte (PM2.5) auf gefährliche Höhen treiben. Behörden in Chiang Mai haben daraufhin eine vollständige Schließung der Wälder angeordnet und die Durchsetzung von Maßnahmen in der gesamten Provinz deutlich verschärft.

Offizielle Stellen berichten, dass die Lage aufgrund kontinuierlicher Waldbrände und mutmaßlicher illegaler Brandrodung in Wald- und Landwirtschaftsgebieten weiterhin kritisch bleibt – trotz intensiver Einsätze von Behörden, Freiwilligen und Feuerwehrteams.

Am 17. April registrierten Satellitenüberwachungen allein in Chiang Mai insgesamt 89 Brandherde. Die höchsten Konzentrationen wurden in Chiang Dao (14), Mae Taeng (12), Hot (11), Wiang Haeng (9), Omkoi (8), Mae Chaem (7), Doi Saket (7) und Mae On (5) gemeldet. In 17 nördlichen Provinzen wurden insgesamt über 1.073 Hotspots erfasst, wobei Nan mit 257 die höchste Zahl aufwies.



Die Behörden erklärten, dass die Brände im vergangenen Monat nahezu täglich auftraten und die Einsatzkräfte stark belasteten, die selbst während der Songkran-Feiertage kaum Entlastung hatten.

Messungen der Luftqualität zeigen in Chiang Mai gefährliche Werte an mehreren Stationen. Die PM2.5-Werte lagen zwischen etwa 66 und über 144 Mikrogramm pro Kubikmeter und überschritten damit deutlich den thailändischen Grenzwert von 37,5. Der Luftqualitätsindex (AQI) bewegte sich zwischen 176 und 270, was erhebliche Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung bedeutet.

Auch die Überwachungsstationen des Pollution Control Department in Gebieten wie Chang Phueak, Si Phum, Suthep, Hang Dong, Chom Thong, Mae Chaem und Chiang Dao meldeten durchgehend „ungesunde“ bis „sehr ungesunde“ Luftbedingungen.


Der globale Luftqualitätsdienst IQAir stufte Chiang Mai am 17. April mit einem AQI von 231 und PM2.5-Werten von 156 Mikrogramm pro Kubikmeter als eine der am stärksten verschmutzten Großstädte weltweit ein – auf Platz drei hinter Kairo und Delhi.

Als Reaktion auf die sich verschärfende Lage haben die Provinzbehörden eine vollständige Waldschließung verhängt. Es werden verstärkte Kontrollen durchgeführt, und Verstöße gegen das Verbot sowie illegale Brandrodung sollen konsequent strafrechtlich verfolgt werden.

Zudem kündigten die Behörden an, verstärkt gegen das Abbrennen landwirtschaftlicher Flächen vorzugehen. Dabei wird auch geprüft, staatliche Unterstützungsleistungen und Subventionen für Verstöße zu streichen.


Während der Norden weiterhin unter starkem Smog leidet, präsentiert sich Pattaya mit vergleichsweise klaren Bedingungen. Trotz hoher Temperaturen bleibt das Wetter stabil, mit nur vereinzelten Gewittern – ein deutlicher Kontrast zur belasteten Luft im Norden.

Die Behörden betonen, dass die Kombination aus anhaltender illegaler Brandrodung, trockenen Wetterbedingungen und saisonalen Windmustern zu einer anhaltenden Smogkrise geführt hat, die sowohl städtische als auch ländliche Gebiete betrifft.

Die Bevölkerung wird aufgefordert, Aktivitäten im Freien zu reduzieren, Schutzmasken zu tragen und die Luftqualitätsmeldungen aufmerksam zu verfolgen, während die Region mit einer der schwersten Verschmutzungsperioden der letzten Jahre kämpft.