
PATTAYA, Thailand – Die Cyberpolizei hat einen schwedischen Staatsbürger festgenommen, der beschuldigt wird, sich Zugang zu einer Hoteldatenbank in Pattaya verschafft und gestohlene Gästedaten genutzt zu haben, um Touristen zu betrügen.
Beamte des thailändischen Zentrums zur Bekämpfung von Internetkriminalität gaben am 29. April die Festnahme bekannt. Der Verdächtige, ein 42-jähriger schwedisch-finnischer Staatsbürger namens Mikael, wurde in einem Wohnhaus im Gebiet Takiantia im Bezirk Banglamung, Provinz Chonburi, festgenommen.
Nach Angaben der Behörden nutzte der Mann den internen Zugang über seine thailändische Ehefrau, die in einem Hotel in Pattaya arbeitete, um an Anmeldedaten für die Kundendatenbank zu gelangen.
Die Ermittler erklärten, der Verdächtige habe gefälschte Internetseiten erstellt und E-Mail-Konten von Hotels nachgeahmt, um ehemalige Gäste zu kontaktieren. Dabei habe er fälschlicherweise behauptet, diese hätten Schäden im Hotel verursacht und müssten dafür aufkommen. Die Opfer – sowohl thailändische als auch ausländische Touristen – wurden aufgefordert, Geld zur Begleichung der angeblichen Forderungen zu überweisen.
Mehr als 35 Personen sollen Opfer des Betrugs geworden sein, mit einem geschätzten Gesamtschaden von rund 100.000 Baht. Der Fall wurde aufgedeckt, nachdem das betroffene Hotel Anzeige erstattet hatte, was zu den Ermittlungen und schließlich zur Festnahme führte. Die Polizei stellte Computer, Festplatten und Mobiltelefone als Beweismittel sicher.
Die Behörden nutzten den Fall, um auf allgemeine Entwicklungen im Bereich Internetkriminalität hinzuweisen. Betrug beim Onlinehandel bleibt demnach die häufigste Form von Cyberkriminalität in Thailand und macht etwa 50 bis 60 Prozent der Fälle aus, oft mit kleineren, aber wiederholten finanziellen Verlusten.
Zudem warnen die Ermittler vor sogenannten „Konten für Geldweiterleitung“ sowie angeworbenen Bargeldabhebern, bei denen Personen für die Weiterleitung illegaler Gelder bezahlt werden, häufig ohne sich der strafrechtlichen Folgen bewusst zu sein.
Eine weitere Methode ist die Nutzung von bargeldlosen Abhebungen an Geldautomaten über digitale Codes, wodurch herkömmliche Kontrollmechanismen umgangen werden.
Nach Angaben der Cyberpolizei werden Pattaya und die östliche Region Thailands zunehmend von ausländischen Tätern als Ausgangspunkt genutzt, die sich zunächst unauffällig in die lokale Bevölkerung einfügen, bevor sie Straftaten begehen.
Touristen und Einwohner werden aufgefordert, Zahlungsaufforderungen stets direkt mit Hotels zu überprüfen, keine verdächtigen Links zu öffnen und mögliche Betrugsversuche umgehend zu melden.
Die Behörden betonten, dass Wachsamkeit im digitalen Raum die wichtigste Verteidigung darstellt und sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärken sollten.













