Noch ein Bier oder 20.000 Baht – Pattaya zieht die Grenze

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Nächtliche Polizeikontrolle in Pattaya: Beamte führen Alkoholtests durch. Die Behörden warnen, dass die Verweigerung des Tests automatisch mit 20.000 Baht geahndet wird – während Ride-Hailing für Einheimische und Touristen eine sichere und deutlich günstigere Alternative bleibt.

PATTAYA, Thailand – Der Witz ist auserzählt. „Tut mir leid, Officer, ich bin zu betrunken für den Test“ mag online für Lacher sorgen, doch auf Pattayas Straßen führt diese Ausrede inzwischen direkt in ernsthafte Schwierigkeiten. Die Verweigerung eines Alkoholtests gilt als Schuldeingeständnis – und die Strafen sind längst kein Kleingeld mehr.

Spätabendliche Kontrollpunkte, etwa in Jomtien, gehören mittlerweile zum Alltag. Auch wenn die Durchsetzung teils uneinheitlich wirkt – Autos werden durchgewinkt, während Motorradfahrer ohne Helm herausgezogen werden – ist die Botschaft eindeutig: Wer den Atemtest verweigert, ist raus. Die Geldstrafe liegt nicht mehr bei einem „unter der Hand“ genannten Betrag, sondern bei 20.000 Baht. Bei Bedarf werden Betroffene sogar bis zum Geldautomaten begleitet. Hinzu kommen mögliche Gerichtstermine, Führerscheinentzug und das Risiko der Fahrzeugbeschlagnahmung. Das frühere „Ich probier’s einfach“ verliert damit jede Grundlage.


Umso unverständlicher ist, warum dennoch Risiken eingegangen werden. Pattaya ist flächendeckend mit Ride-Hailing-Diensten versorgt. Grab ist günstig, schnell und rund um die Uhr verfügbar – besonders nachts. Verglichen mit einer Strafe von 20.000 Baht oder schlimmer noch einem Unfall sind die Kosten für eine Fahrt nach Hause vernachlässigbar. Für ausländische Touristen ist die Rechnung noch klarer: Geldstrafen schmerzen stärker, rechtliche Abläufe sind ungewohnt, und Imageschäden reisen schneller nach Hause als man selbst.


Hinzu kommt eine gesellschaftliche Verantwortung. Trunkenheit am Steuer ist kein privates Risiko, sondern eine Gefahr für alle. Pattayas Straßen sind bereits stark belastet durch Tourismus, dichten Motorradverkehr und nächtliche Erschöpfung. Alkohol macht diese Mischung nicht rebellisch, sondern rücksichtslos. Die Verweigerung eines Tests löst das Problem nicht – sie bestätigt es.

Die Ausreden sind aufgebraucht. Die Strafen sind klar. Die Alternative ist einfach. Wer trinkt, fährt nicht. App öffnen, nach Hause kommen und ohne Geldstrafe, Vorladung oder unerwünschte Schlagzeile aufwachen.