Kümmert sich wohlhabende Touristen in Pattaya wirklich der Baht, während die Kosten in der Stadt steigen?

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Ein ausländisches Paar in Badekleidung entspannt auf einer Bank am Strand von Pattaya – ein Bild dafür, dass zahlungskräftige Besucher die Stadt weiterhin genießen, trotz anhaltender Debatten über Wechselkurse und steigende Kosten. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Jedes Mal, wenn der Baht an Stärke gewinnt, taucht dieselbe Warnung wieder auf: Thailand „preist die Touristen aus dem Markt“. Kommentarspalten füllen sich mit Behauptungen, Besucher blieben weg, Bars seien leer und Pattaya werde stillschweigend aufgegeben. Wer jedoch gerade in der Hochsaison vor die Tür tritt, sieht ein anderes Bild: Flugzeuge sind voll, Hotels gut gebucht und Strandcafés alles andere als verwaist.
Die Frage lautet also: Wer genau wird durch den starken Baht eigentlich vertrieben?



Die unbequeme Antwort könnte sein, dass Pattayas wohlhabendere Besucher – jene, die Premiumhotels, Strandapartments und Business-Class-Sitze füllen – von moderaten Währungsschwankungen kaum beeindruckt sind. Eine Bewegung von ein oder zwei Baht gegenüber Pfund oder Euro fällt für Reisende, die großzügig für Unterkunft, Gastronomie, Shopping und Erlebnisse ausgeben, kaum ins Gewicht. Für sie zählen Bequemlichkeit, Sonne, Sicherheit und Lebensstil deutlich mehr als Wechselkursdiagramme.

Das heißt nicht, dass niemand den Kostendruck spürt. Langzeitaufenthalter, Saisonbesucher und preisbewusste Reisende merken steigende Ausgaben sehr wohl. In Kombination mit höheren Hotelpreisen, teurerem Nachtleben und kostspieligeren Flügen kann sich selbst ein stabiler Wechselkurs belastend anfühlen. Doch Wahrnehmung ist nicht gleichbedeutend mit einer Massenabwanderung.


Kritiker der These „starker Baht zerstört den Tourismus“ verweisen auf nüchterne Fakten. Fluggesellschaften streichen keine Routen, wenn die Nachfrage einbricht – dennoch bleiben die Verbindungen nach Thailand gut ausgelastet. Hotels erhöhen ihre Preise nicht grundlos – und dennoch sind die Raten in Pattaya deutlich gestiegen und finden weiterhin Abnehmer. Würden Touristen tatsächlich in Scharen fernbleiben, würde der Markt schnell reagieren.

Einige sehen die Debatte ohnehin am Kern vorbei. Pattayas Herausforderungen hätten weniger mit der Währung zu tun als mit Imageproblemen, alternder Infrastruktur, Umweltbelastung und einem seit Jahrzehnten belasteten Ruf. Wohlhabendere Reisende meiden Pattaya oft nicht wegen der Preise, sondern weil sie sauberere Strände, ruhigere Resorts oder Destinationen suchen, die weniger mit Schmuddelimage verbunden sind.


Andere wiederum stellen fest, dass sich Thailand insgesamt verändert hat – und erwartet, dass sich auch seine Besucher anpassen. Die Ära des extrem günstigen Lebens könnte vorbei sein, nicht nur für Ausländer, sondern ebenso für Einheimische. Die Behörden scheinen bereit, zahlungskräftigere Touristen zu bevorzugen, selbst wenn dies bedeutet, dass weniger Budgetreisende Jahr für Jahr zurückkehren.

In diesem Licht wird der Baht zum bequemen Sündenbock. Es ist einfacher, Wechselkurse verantwortlich zu machen, als zu akzeptieren, dass Pattaya sich wandelt – und dass nicht alle diesen Weg mitgehen werden.
Die eigentliche Frage ist daher vielleicht nicht, ob reiche Touristen der Baht interessiert. Sondern ob Pattaya auf eine Zukunft vorbereitet ist, in der nur einige Besucher ihn überhaupt noch beachten.