Diesel- und Treibstoffkrise trifft Thailands Fischerei-, Landwirtschafts- und Transportsektor

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Steigende Grünölpreise haben dazu geführt, dass rund 30–40 Prozent der Fischereiboote in Regionen wie Pran Buri und Mae Klong den Betrieb eingestellt haben, da die Kosten nicht mehr profitabel sind.

PATTAYA, Thailand – Steigende Kraftstoffpreise, insbesondere Diesel und subventioniertes „Grünöl“ für Fischereiboote, setzen die lokalen Wirtschaften in den Provinzen Ratchaburi, Samut Songkhram, Phetchaburi und Prachuap Khiri Khan zunehmend unter Druck.

Betroffen sind nicht nur Autofahrer, sondern vor allem Fischer, Landwirte, Transportunternehmen und Haushalte, die bereits unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden.



Besonders stark betroffen sind Fischergemeinden in Samut Songkhram, Phetchaburi und Prachuap Khiri Khan, wo Kraftstoff rund 60–70 Prozent der Betriebskosten von Fischereibooten ausmacht. In Regionen wie Pran Buri und Mae Klong haben Berichten zufolge etwa 30–40 Prozent der Fischereiboote den Betrieb eingestellt, da die Kraftstoffkosten nicht mehr durch den Fang gedeckt werden können.

Viele Kleinfischer verschulden sich zunehmend, um Treibstoff zu kaufen, während die Einnahmen aus dem Fang nicht mehr ausreichen. Die geringere Fischversorgung wirkt sich bereits auf Verbraucher aus: Die Preise für frische Meeresfrüchte sind um rund 15–20 Prozent gestiegen, was Restaurants und Tourismusbetriebe in Cha-am und Hua Hin belastet.

Die Preise für Meeresfrüchte sind um 15–20 Prozent gestiegen, da weniger Boote ausfahren und das Angebot an den Märkten zurückgeht – mit spürbaren Auswirkungen auf Restaurants und Verbraucher in Küstenregionen.

Auch im Landesinneren, insbesondere in Ratchaburi, steigen die Logistikkosten. Als wichtiger Agrarumschlagplatz verzeichnet die Region höhere Transportkosten, die sich auf Obst- und Gemüsepreise auswirken. Haushalte sehen sich mit einem Anstieg der Lebenshaltungskosten von etwa 10–15 Prozent konfrontiert.

Auch die Tierproduktion leidet unter den steigenden Kosten, insbesondere Schweine- und Geflügelhalter, von denen einige kleinere Betriebe bereits schließen mussten.

Lokale Vertreter fordern unter anderem eine Preisobergrenze für Grünöl von 26–28 Baht pro Liter, Maßnahmen gegen Preisaufschläge durch Zwischenhändler, zinsgünstige Kredite sowie staatliche Unterstützung für Fischereigenossenschaften und Landwirte. Mongkol Sukcharoenkana, Ehrenberater der Nationalen Fischereivereinigung Thailands, schlug zudem acht Sofortmaßnahmen vor, darunter gezielte Subventionen, eine Preisobergrenze von maximal 30–35 Baht pro Liter sowie ein staatlich gestütztes Rückkaufprogramm für Boote.

Beobachter warnen, dass die Kraftstoffkrise längst über ein Energieproblem hinausgeht und zunehmend eine Gefahr für lokale Wirtschaft, Einkommen und Ernährungssicherheit darstellt.