
PATTAYA, Thailand – Während Pattaya die Hochsaison hinter sich lässt, mehren sich vertraute Anzeichen: dünnere Besucherströme, ruhigere Straßen und wachsende Nervosität unter Geschäftsinhabern, die sich lange auf einen konstanten Zustrom westlicher Touristen verlassen haben. Für langjährige Beobachter wirkt die aktuelle Lage unangenehm bekannt.
Erfahrene Barbetreiber – sowohl ausländische als auch thailändische – könnten gut daran tun, einen Blick auf die Geschichte der Patpong Road in Bangkok zu werfen. Einst das pulsierende Herz der thailändischen Nachtwirtschaft, florierte Patpong über Jahre hinweg. Doch steigende Preise, veränderte Besucherstrukturen, aggressive Verkaufsmethoden und ein schleichender Qualitätsverlust führten dazu, dass Gäste nach und nach fernblieben. Der Niedergang kam nicht abrupt, sondern schrittweise.
Viele Leser erkennen nun ein ähnliches Muster in Pattaya. Der starke Baht hat die Kaufkraft vieler Besucher deutlich geschmälert, während die Preise für Getränke und Unterhaltung weiter steigen. Wechselkurse, die früher stabil über 35 Baht pro US-Dollar lagen, erreichen heute oft kaum noch 31, was viele Touristen zwingt, ihre Ausgaben neu zu kalkulieren.
Doch die Kosten sind nur ein Teil des Problems. Langjährige Besucher berichten von einem veränderten Gesamtbild – nicht nur davon, wer kommt, sondern wie sich die Stadt anfühlt. Kritikpunkte reichen von Verkehrschaos und zunehmenden Sicherheitsbedenken bis hin zu sinkender Servicequalität und einem Nachtleben, das aus Sicht vieler nicht mehr auf die traditionelle Kundschaft ausgerichtet ist.
Einige Leser sind der Meinung, Pattaya drohe – ähnlich wie einst Patpong – sich selbst aus dem Markt zu preisen. Andere sehen weniger ein Preisproblem als vielmehr ein Versagen, Wachstum, Regulierung und Besuchererlebnis in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.
Die Kernaussage vieler Leserkommentare ist eindeutig: Tourismusmärkte kommen und gehen. Besucher sind bereit, mehr auszugeben – oder sie weichen auf andere Ziele aus. Zunehmend werden Vietnam und Kambodscha als preiswertere, ruhigere und gastfreundlichere Alternativen genannt.
Die Geschichte Patpongs ist keine ferne Vergangenheit. Sie zeigt, dass kein Reiseziel vor einem schleichenden Bedeutungsverlust geschützt ist, wenn Kosten schneller steigen als der wahrgenommene Wert – und wenn Veränderungen erfolgen, ohne auf jene zu hören, die den Markt ursprünglich aufgebaut haben.
Für Pattaya stellt sich daher weniger die Frage, ob sich die Stadt verändert, sondern vielmehr, ob die Lehren aus der Vergangenheit rechtzeitig erkannt werden.









