AOT-Gewinne steigen – doch Pattayas Unternehmen fragen weiterhin, wo das Geld bleibt

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Besucher fahren Rolltreppe in einem Einkaufszentrum in Pattaya – ein Bild für konstanten Besucherfluss, während sich Händler an veränderte Ausgabengewohnheiten von Einheimischen und Touristen anpassen. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Der staatliche Flughafenbetreiber Airports of Thailand (AOT) hat einen starken Start in das Geschäftsjahr 2026 gemeldet. Getragen von steigenden Passagierzahlen und einer stabilen Erholung des internationalen Flugverkehrs erzielte das Unternehmen im Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 einen Nettogewinn von 4,65 Milliarden Baht. Der Umsatz erreichte 17,33 Milliarden Baht und unterstreicht die Einschätzung, dass sich Thailands Luftfahrt- und Tourismussektor weiterhin auf Erholungskurs befindet.

An den sechs von AOT betriebenen Flughäfen stieg das Passagieraufkommen auf insgesamt 34,47 Millionen Reisende, darunter mehr als 20 Millionen internationale Gäste. Auch die Zahl der Flugbewegungen nahm deutlich zu, wodurch mehrere große Flughäfen erneut an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dies beschleunigt langfristige Ausbaupläne mit dem Ziel, bis 2034 jährlich mehr als 214 Millionen Passagiere abfertigen zu können.



Doch mehrere hundert Kilometer entfernt zeichnet sich in Pattaya ein deutlich anderes Bild ab.

Trotz stabiler Besucherzahlen berichten viele lokale Geschäftsbetreiber von schleppenden und unbeständigen Umsätzen. Restaurants, Bars, Einzelhändler und Unterhaltungslokale beobachten zwar weiterhin Besucherströme, doch diese spiegeln sich nicht in den Ausgaben wider, die vor der Pandemie üblich waren. Während Flugzeuge ausgelastet sind, bleiben die Einnahmen vieler Betriebe hinter den Erwartungen zurück.

Unternehmer nennen kürzere Aufenthaltsdauern, strengere Reisebudgets und eine Verschiebung hin zu preisbewussteren Besuchern als zentrale Gründe. Zudem würden sich viele Reisende zunehmend in Bangkok oder anderen Destinationen niederlassen und Pattaya nur noch für kurze Besuche ansteuern – oftmals ohne größere Ausgaben vor Ort.


Wirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass Flughafenprofite in erster Linie aus Landegebühren, Konzessionen und kommerziellen Mieteinnahmen stammen. Gute Zahlen in der Luftfahrt bedeuten daher nicht automatisch breitere wirtschaftliche Vorteile für touristisch geprägte Städte. Während AOT direkt von steigenden Passagierzahlen profitiert, sind Orte wie Pattaya stärker von Aufenthaltsdauer und Pro-Kopf-Ausgaben abhängig – zwei Faktoren, die weiterhin unter Druck stehen.

Lokale Wirtschaftsverbände fordern deshalb eine stärkere Fokussierung auf qualitativ hochwertigen Tourismus, längere Aufenthalte und eine engere Verzahnung nationaler Infrastrukturprojekte mit regionalen Wirtschaftskreisläufen. Die Konzentration auf reine Ankunftszahlen zeichne ein unvollständiges Bild des tatsächlichen Zustands der Tourismuswirtschaft.


Während AOT seine ambitionierten Ausbaupläne vorantreibt, wartet Pattayas Geschäftswelt weiterhin darauf, dass die positiven Entwicklungen auch auf Straßenebene spürbar werden. Für viele Unternehmer stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage, ob Touristen kommen – sondern warum das Geld dennoch ausbleibt.