VietJet setzt auf chinesische C909-Jets – Herausforderung für das Airbus-Boeing-Duopol

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Ein VietJet-Flugzeug auf dem Rollfeld – die Airline erweitert ihre Flotte um bis zu 10 chinesische C909-Jets im Rahmen wachsender Luftfahrtkooperationen zwischen Vietnam und China.

PATTAYA, Thailand – Die vietnamesische Billigfluggesellschaft VietJet Air hat eine Vereinbarung über das Leasing von bis zu 10 C909-Passagierflugzeugen aus China unterzeichnet. Damit stärkt China seine Bemühungen, seine Präsenz auf dem globalen Luftfahrtmarkt auszubauen, der bislang von Airbus und Boeing dominiert wird.

Das Unternehmen bestätigte, dass es eine Vereinbarung mit SPDB Financial Leasing getroffen hat, um die Flugzeuge über ein Operating-Leasing zu finanzieren.

Parallel zum Flugzeuggeschäft kündigte VietJet die Einführung von fünf neuen Strecken zwischen China und Vietnam an, darunter Hanoi–Hangzhou, Hanoi–Enshi, Hanoi–Huangshan sowie Ho-Chi-Minh-Stadt–Guilin und Ho-Chi-Minh-Stadt–Huangshan.


Die Airline erklärte, sie verfolge das Ziel, eine multinationale Luftfahrtgruppe zu werden, und investiere daher in eine moderne Flotte sowie in den Ausbau ihres internationalen Streckennetzes. Chinesische Finanzinstitute hätten eine zentrale Rolle bei der Strukturierung der Leasing- und Finanzierungsverträge gespielt.

Die Ankündigung erfolgt während eines viertägigen China-Besuchs des vietnamesischen Spitzenpolitikers Tô Lâm vom 14. bis 17. April, kurz nach seiner Wiederwahl. Der rasche Besuch gilt als Zeichen für die enge diplomatische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hanoi und Peking.

Das C909-Flugzeug wird von der staatlichen chinesischen COMAC entwickelt und ist Teil der Strategie Chinas, die langjährige Dominanz von Airbus und Boeing im globalen zivilen Luftfahrtmarkt herauszufordern.

Während COMAC bereits Fortschritte bei der Auftragslage erzielt hat, stammen die meisten Kunden bislang aus China sowie aus kleineren Fluggesellschaften in Südostasien, darunter Vietnam, Kambodscha, Brunei, Laos und Indonesien.