
PATTAYA, Thailand – Pattayas seit Jahren bestehende Regelung zu „rauchfreien Stränden“ steht erneut in der Kritik. Reaktionen von Anwohnern und Lesern zeigen eine wachsende Frustration – weniger nur über das Rauchen selbst, sondern vor allem über das, was viele als selektive Durchsetzung und falsch gesetzte Prioritäten der Behörden empfinden.
Während einige Kommentatoren die Idee sauberer und gesünderer Strände grundsätzlich begrüßten, argumentierten viele, dass die Vorschriften in der Praxis kaum umgesetzt würden. Forderungen, das Rauchen vollständig zu verbieten, stießen schnell auf Gegenstimmen, die infrage stellten, ob bestehende Regeln überhaupt ernsthaft kontrolliert werden.
Mehrere Anwohner erklärten, Eingriffe der Behörden seien selten zu beobachten – außer bei Verkehrskontrollen entlang der Beach Road. „Wird überhaupt irgendetwas durchgesetzt?“, fragte ein Leser und merkte an, dass die Polizei deutlich häufiger Touristen ohne Helm anhalte, als sich um anhaltende öffentliche Belästigungen zu kümmern.
Andere Beiträge fielen differenzierter aus. Auch Raucher meldeten sich zu Wort und betonten, sie unterstützten ausgewiesene Raucherzonen und gegenseitige Rücksichtnahme, lehnten jedoch pauschale Verbote ab. Einige verwiesen auf Erfahrungen aus Großbritannien, wo Rauchverbote in Innenräumen Raucher nach draußen verdrängt und bestimmten Betrieben geschadet hätten. Zudem sei heute eher der Geruch von Cannabis als von Zigaretten der eigentliche Streitpunkt.
Die Luftqualität insgesamt entwickelte sich zu einem zentralen Thema. Angesichts von Berichten über so hohe Schadstoffwerte am Morgen, dass Koh Larn vom Pratamnak-Hügel kaum sichtbar war, stellten mehrere Leser die Logik infrage, Strandraucher ins Visier zu nehmen, während Fahrzeugabgase, offenes Verbrennen, Baustellenstaub und Abwassergerüche weitgehend unbeachtet blieben. „Stoppt erst die Lärm- und Abgasverschmutzung, bevor ihr ein paar Raucher herauspickt“, hieß es in einem Kommentar.
Statt strikter Verbote schlugen andere pragmatische Lösungen vor, etwa Strandpatrouillen, die zunächst verwarnen und erst bei Wiederholung Geldstrafen verhängen. „Diese Patrouillen würden sich selbst finanzieren“, meinte ein Leser, während ein anderer ironisch fragte, ob es im Thailändischen überhaupt ein Wort für „Durchsetzung“ gebe.
Nicht alle Kommentare blieben sachlich. Einzelne Beiträge drifteten in diskriminierende oder beleidigende Aussagen ab, was wiederum Kritik anderer Leser hervorrief. Diese betonten, dass Umwelt- und Gesundheitspolitik für alle gleichermaßen gelten müsse – unabhängig von Nationalität oder Herkunft.
Mehrere Anwohner verwiesen zudem auf ihrer Ansicht nach größere Ursachen der Rauchbelastung: unkontrollierte Feuer auf brachliegenden Grundstücken, Straßenrandverbrennungen sowie vernachlässigte Flächen mit trockenem Bewuchs. Die Bekämpfung dieser Probleme würde die Luftqualität ihrer Meinung nach deutlich stärker verbessern als Kontrollen am Strand.
Der Tenor der Reaktionen zeigt: Saubere Strände finden grundsätzlich breite Unterstützung. Ohne konsequente Umsetzung der Regeln und ohne ein ernsthaftes Vorgehen gegen umfassendere Umweltprobleme droht die Politik der rauchfreien Strände jedoch, aus Sicht vieler Bewohner, eine Vorschrift zu bleiben, die nur auf dem Papier existiert.









