Zebrastreifen werden zum „Real-Life Frogger“ – wachsende Sorgen um Fußgängersicherheit

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Online-Reaktionen zeichnen ein deutliches Bild vom Straßenverkehr in Pattaya, wo Zebrastreifen laut vielen kaum Schutz bieten und jeder Schritt auf die Straße zum Risiko werden kann. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – In lokalen Online-Foren wächst der Frust über die Verkehrssicherheit in Pattaya, nachdem ein weiterer Vorfall an einem Fußgängerüberweg die Debatte neu entfacht hat. Viele Anwohner und Langzeitbesucher ziehen ein ernüchterndes Fazit.

Für einige lässt sich das Problem in einem Satz zusammenfassen: „Rot bedeutet schneller fahren.“ Andere widersprechen leicht und sagen, es gehe längst nicht mehr um Geschwindigkeit – „Ampeln seien einfach bedeutungslos geworden“.


Die Diskussion, ausgelöst im Pattaya-Mail-Forum, entwickelte sich schnell zu einer Flut persönlicher Erfahrungsberichte. Ein langjähriger Besucher schrieb: „In 20 Jahren habe ich nie erlebt, dass Fahrzeuge an einem Zebrastreifen anhalten – außer bei Rotlicht.“ Doch selbst dann sei das Vertrauen gering.

Ein anderer Nutzer bezeichnete den Alltag auf Pattayas Straßen als „hochgefährlich“: „Menschen fahren bei Rot, starten vor Grün, nutzen die falsche Fahrbahn und rasen – es ist wie das Spiel Frogger im echten Leben.“

Besonders häufig wurden Gefahrenstellen wie Beach Road, Second Road und Soi Buakhao genannt. Ein Nutzer warnte vor dem Überqueren der Second Road gegenüber dem Mike Shopping Mall, während andere auf Zebrastreifen nahe Central Festival hinwiesen, wo Fahrzeuge „einfach nicht anhalten“.


Für besonders schutzbedürftige Fußgänger ist die Lage noch kritischer. Ein sehbehinderter Kommentator schrieb: „Ich nutze den Zebrastreifen, weil ich schlecht sehe. Es fühlt sich an wie russisches Roulette – selbst wenn man Vorfahrt hat.“

Die Kritik richtete sich nicht nur an eine Gruppe. Während einige das Fahrverhalten lokaler Verkehrsteilnehmer bemängelten, betonten andere, dass auch Ausländer zum Problem beitragen: „Es sind nicht nur Thais – Expats verhalten sich genauso.“

Motorräder wurden jedoch am häufigsten als Hauptgefahr genannt. Ein Kommentar brachte es auf den Punkt: „Ein Motorrad dient nur dazu, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen – Verkehrsregeln werden ignoriert.“


Andere verwiesen auf strukturelle Probleme wie mangelnde Durchsetzung von Gesetzen, unzureichende Fahrerausbildung und inkonsequente Polizeiarbeit. „Solange Regeln nicht konsequent kontrolliert werden, werden sie ignoriert“, schrieb ein Nutzer. Ein weiterer ergänzte: „Seit 13 Jahren hat sich nichts geändert – Rot ist nur eine Empfehlung.“

Einige Beiträge sprachen auch mögliche Lösungen an und forderten strengere Kontrollen, ähnlich wie während der Pandemie. Konsequente Maßnahmen wie Führerscheinkontrollen oder das Stilllegen nicht versicherter Fahrzeuge könnten Verstöße schnell reduzieren.

Nicht alle gaben jedoch ausschließlich den Fahrern die Schuld. Eine Minderheit wies darauf hin, dass auch Fußgänger Risiken eingehen und Straßen unabhängig von Signalen überqueren. Doch selbst dieses Argument führte zurück zum Kernproblem: „Warum auf Grün warten, wenn Fahrzeuge bei Rot nicht stoppen?“

Insgesamt spiegeln die Kommentare ein klares Stimmungsbild wider: Die Infrastruktur für Fußgänger existiert zwar, funktioniert aber in der Praxis oft nicht. Zebrastreifen gelten zunehmend als symbolisch statt als sicher.

Solange sich das Verhalten im Straßenverkehr nicht ändert – sei es durch bessere Durchsetzung oder Aufklärung – bleibt das Überqueren der Straße in Pattaya für viele weniger ein Recht als vielmehr ein Risiko.