
PHATTHALUNG, Thailand – Ein Dorfvorsteher im Süden Thailands sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, nachdem er einen 28-jährigen Mann angeblich entführt, angegriffen und stundenlang an einen Mangobaum gefesselt haben soll – inklusive Misshandlungen mit roten Ameisen – wegen eines mutmaßlichen Diebstahls.
Der Betroffene, Suthep Chuenmak, soll am 26. April im Bezirk Si Nakhon im Schlaf aus seinem Haus geholt worden sein. Laut Angaben der Familie wurde er vom lokalen Dorfvorsteher mit Handschellen hinter dem Rücken gefesselt und an einen Mangobaum vor seinem Haus gebunden. Dort sei er zweimal geohrfeigt, getreten und anschließend mit mehreren Nestern roter Ameisen über Kopf und Körper bedeckt worden. Der Mann habe über vier Stunden starke Schmerzen erlitten.
Der Dorfvorsteher warf Suthep vor, Käfer aus einer Zuchtanlage eines Dorfbewohners gestohlen zu haben und berief sich dabei auf angebliches Videomaterial. Suthep wies die Vorwürfe zurück und erklärte, er habe lediglich eine leere Plastiktüte mitgenommen, um sie als Angelköder zu verwenden. Die Aufnahmen zeigten nach seinen Angaben nur, wie er die Tüte trug.
Sutheps Tante Amornrat Seemunee erklärte, die Familie hätte rechtliche Schritte akzeptiert, falls ein Verbrechen vorgelegen hätte, kritisierte jedoch das Vorgehen als unverhältnismäßig und illegal. Der Beschuldigte hätte der Polizei übergeben werden müssen.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei laut Familie erst etwa zwei Stunden nach der Fesselung am Tatort eintraf und nicht eingriff, da angeblich kein Schlüssel für die Handschellen verfügbar gewesen sei. Stattdessen habe man erklärt, der Dorfvorsteher werde den Mann später selbst befreien.
Erst nachdem Angehörige Fotos des Opfers bei der Polizei vorlegten, kehrten Beamte zurück und koordinierten mit dem Dorfvorsteher die Freilassung.
Die Familie berichtet zudem von Drohungen des Dorfvorstehers während des Vorfalls. Dieser habe angedeutet, Suthep über Nacht gefesselt lassen zu können, und die Familie davor gewarnt, seine Autorität in Frage zu stellen. Später habe er zudem Druck ausgeübt, Social-Media-Beiträge zu löschen.
Suthep räumte frühere Diebstähle in einer anderen Provinz ein, betonte jedoch, seit seiner Rückkehr vor einem Jahr nichts mehr gestohlen zu haben. Er gab außerdem an, gelegentlich Drogen zu konsumieren, arbeite jedoch regulär als Tagelöhner.
Die Familie hat inzwischen Anzeige erstattet und fordert strafrechtliche Konsequenzen wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung. Eine offizielle Stellungnahme der Behörden steht noch aus.













