Meereswissenschaftler warnt vor „doppeltem Druck“ auf Thailand durch globale Konflikte und El-Niño-Risiko

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Der Meereswissenschaftler Assoz. Prof. Dr. Thon Thamrongnawasawat warnt, dass Thailand durch globale Spannungen und ein mögliches El-Niño-Ereignis unter doppelten Druck geraten könnte, mit steigenden Kosten, wechselhaftem Wetter und wirtschaftlicher Unsicherheit in den kommenden Monaten.

PATTAYA, Thailand – Thailand könnte laut Einschätzung von Assoz. Prof. Dr. Thon Thamrongnawasawat, Meeres- und Umweltwissenschaftler an der Fakultät für Fischerei der Kasetsart-Universität, auf eine Phase erhöhter wirtschaftlicher und ökologischer Unsicherheit zusteuern. Grund dafür sei das gleichzeitige Zusammenwirken globaler Spannungen, steigender Energiepreise und veränderter Klimamuster.

In einem Facebook-Beitrag vom 20. April beschrieb Thon eine sich entwickelnde „mehrschichtige Risikolandschaft“ nach der jüngsten Feiertagsperiode und verwies dabei auf globale Konflikte, klimatische Entwicklungen und Veränderungen in marinen Ökosystemen.



Er betonte, dass geopolitische Spannungen weiterhin ungelöst seien, insbesondere im Zusammenhang mit Unsicherheiten rund um Verhandlungen mit dem Iran. Gleichzeitig seien die Ölpreise auf über 95 US-Dollar pro Barrel gestiegen, unter anderem aufgrund von Sorgen über mögliche Störungen in der Straße von Hormus. Berichte über maritime Zwischenfälle und Drohnenaktivitäten hätten die Marktunsicherheit zusätzlich verstärkt, auch wenn nicht alle Informationen bestätigt seien.

Zudem warnte Thon vor einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von El-Niño-Bedingungen, mit über 60 Prozent Wahrscheinlichkeit zwischen Mai und Juli 2026. Dieses Phänomen könnte sich in der zweiten Jahreshälfte verstärken und bis in die folgende Trockenzeit andauern.


Er stellte klar, dass die derzeitige extreme Hitze noch nicht durch El Niño verursacht werde, sondern auf langfristige globale Erwärmung zurückzuführen sei. Sollte sich El Niño jedoch vollständig entwickeln, könnte Thailand mit geringeren Niederschlägen konfrontiert werden, insbesondere im Süden, wo sich Regen- und Trockenzeiten überschneiden können.

Gleichzeitig warnte er, dass trotz möglicherweise insgesamt geringerer Niederschläge die Intensität tropischer Stürme und Taifune in der asiatischen Region zunehmen könnte, was insbesondere im Norden und Nordosten Thailands zu Sturzfluten führen kann.

Im Hinblick auf marine Ökosysteme erklärte Thon, dass es in diesem Jahr bislang keine großflächige Korallenbleiche gegeben habe, da eine kritische Frühphase überschritten sei. Dennoch könnten künftige Jahre bei stärkerem El Niño deutlich schwerwiegender ausfallen. Seegraswiesen hätten sich in einigen Gebieten leicht erholt, möglicherweise aufgrund jüngster klimatischer Ausgleichsphasen, während der Rückgang der Dugong-Population weiterhin Anlass zur Sorge gebe.



Er verwies zudem auf aktuelle Probleme bei Meerestieren, darunter gestrandete Delfine in Behandlung sowie Verluste bei Dugongs, und rief zu verstärkten Schutzmaßnahmen auf.

Mit Blick auf Tourismus und Wirtschaft erklärte Thon, dass sich nach Songkran zunehmender finanzieller Druck zeige – mit steigenden Kosten, vorsichtigem Konsumverhalten und einer uneinheitlichen Erholung in verschiedenen Reisezielen. Auch Fluggesellschaften könnten unter steigenden Treibstoffpreisen leiden, was bei anhaltend hohen Energiekosten zu Flugkürzungen führen könnte.

Sollten geopolitische Spannungen und klimatische Veränderungen gleichzeitig anhalten, drohe Thailand ein „Doppelschock“-Szenario, bei dem steigende Lebenshaltungskosten, Inflation und wetterbedingte Unsicherheiten parallel auftreten.

„Bleiben Sie vorbereitet und verfolgen Sie die Entwicklungen aufmerksam“, schrieb er abschließend und rief zu Widerstandsfähigkeit in unsicheren Zeiten auf.