
PATTAYA, Thailand – Der Präsident der thailändischen Goldhändlervereinigung warnt vor außergewöhnlich starken Schwankungen auf den globalen Goldmärkten. Besonders ungewöhnlich sei der jüngste Preisrückgang trotz anhaltender internationaler Konflikte – ein Phänomen, das er in dieser Form noch nie erlebt habe.
Jitti Tangsithpakdee, Präsident der Gold Traders Association of Thailand, erklärte, dass die Goldpreise in Thailand am Dienstag deutlich gefallen seien. Innerhalb eines einzigen Tages sank der Preis um 3.550 Baht pro Baht-Gewicht. Im Tagesverlauf kam es zwar zu mehreren Schwankungen, jedoch erholten sich die Preise leicht im Vergleich zum Vortag.
Seiner Einschätzung nach dürften die globalen Goldpreise kaum unter etwa 4.100 US-Dollar pro Unze fallen. Dennoch rät er Anlegern zu Vorsicht, solange die Märkte weiterhin so unbeständig reagieren.
„Normalerweise steigen Goldpreise in Zeiten von Krieg, da Gold als sicherer Hafen gilt“, so Jitti. „Doch diesmal scheint sich der Konflikt auszuweiten und zu verlängern, während die Preise gleichzeitig gefallen sind. In meiner Erfahrung habe ich eine solche Situation noch nie gesehen.“
Ein weiterer Einflussfaktor ist die jüngste Entscheidung des weltweit größten goldgedeckten ETF, SPDR Gold Trust, der Berichten zufolge mehr als 40 Tonnen Gold verkauft hat – trotz umfangreicher Käufe zu Beginn des Jahres. Diese ungewöhnliche Bewegung sorgt innerhalb der Branche für Fragen, da ein so großer Investor offenbar Verluste in Kauf nimmt.
Trotz der aktuellen Turbulenzen betonte Jitti, dass Gold langfristig weiterhin eine verlässliche Anlage bleibe und historisch oft besser als die Inflation abgeschnitten habe.
Er empfiehlt Investoren, die globalen Entwicklungen genau zu beobachten – insbesondere die Spannungen rund um Iran, die Vereinigten Staaten und Israel sowie anhaltende Handelskonflikte, die weiterhin Unsicherheit auf den Märkten schüren.
Für potenzielle Anleger rät er, ausschließlich sogenanntes „kaltes Geld“ zu investieren – also Mittel, die kurzfristig nicht benötigt werden – und sich auf langfristige Strategien zu konzentrieren.
Auf die Frage, ob der Goldpreis in Thailand in diesem Jahr 90.000 oder sogar 100.000 Baht pro Baht-Gewicht erreichen könnte, zeigte sich Jitti zurückhaltend. Ein Anstieg auf 100.000 Baht erscheine im Jahr 2026 eher unwahrscheinlich, während 90.000 Baht möglich seien, falls der Weltmarktpreis in Richtung 6.000 US-Dollar pro Unze steige.
Unterdessen bleibt der Handel in den Goldgeschäften in Bangkok lebhaft. Viele Käufer nutzen den jüngsten Preisrückgang, um Goldbarren zu erwerben – in der Hoffnung auf steigende Kurse und zukünftige Gewinne.










