
PATTAYA, Thailand – Thailands Wirtschaft hat nach Einschätzung der Regierung ihre kritischste Phase überwunden. Mit stärker als erwarteter Dynamik zum Jahresende 2025 wächst der Optimismus, dass sich das Wachstum im Jahr 2026 deutlich beschleunigen könnte.
Vizepremierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas erklärte, die Wirtschaft habe sich „aus dem Abgrund herausgearbeitet“, nachdem sich die Konjunktur im letzten Quartal 2025 überraschend stark erholt habe. Für 2026 halte das Finanzministerium nun ein Wirtschaftswachstum von mehr als drei Prozent für realistisch, getragen vor allem durch zunehmende Investitionen.
Auslöser der positiven Einschätzung waren neue Zahlen des National Economic and Social Development Council (NESDC). Demnach wuchs die Wirtschaft im vierten Quartal 2025 um 2,5 Prozent im Jahresvergleich – deutlich stärker als zuvor prognostiziert. Für das Gesamtjahr wurde ein Wachstum von 2,4 Prozent verzeichnet, womit Befürchtungen einer längeren wirtschaftlichen Schwächephase vorerst zerstreut wurden.
Nach Angaben des Finanzministers trugen mehrere Konjunkturmaßnahmen gegen Jahresende entscheidend zur Stabilisierung bei. Dazu gehörten ausgeweitete Co-Payment-Programme, Anreize für den Inlandstourismus sowie eine beschleunigte Auszahlung staatlicher Budgets für Schulungen und Seminare. Diese Maßnahmen stärkten Konsumvertrauen, Investitionsbereitschaft und die Entwicklung am Aktienmarkt, wodurch sich Liquidität auch in den regionalen Wirtschaftsräumen verbreitete. Die Wirtschaftsleistung erreichte dadurch rund 19 Billionen Baht – etwa 300 Milliarden Baht mehr als ursprünglich erwartet.
Der private Konsum wuchs um 3,3 Prozent und beschleunigte sich damit gegenüber durchschnittlich 2,5 Prozent in den ersten drei Quartalen. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei den Investitionen aus: Insgesamt legten sie um 8 Prozent zu, getragen von einem Zuwachs privater Investitionen um 15 Prozent sowie einem Anstieg öffentlicher Investitionen um 6 Prozent.

Die Zahlen seien ein „klares Signal erneuten Vertrauens“, sagte Ekniti. Die Regierung bereite nun weitere rechtliche und regulatorische Reformen vor, um Investitionen zusätzlich zu erleichtern. Dazu gehört unter anderem die beschleunigte Genehmigung von Projekten über die sogenannte BOI-Fastpass-Initiative. Der Vorschlag soll im Rahmen umfassender Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Thailands als Investitionsstandort vorgelegt werden.
Gleichzeitig bleibe fiskalische Disziplin ein zentraler Bestandteil der Wirtschaftspolitik – ein Faktor, der dazu beigetragen habe, dass S&P Global Ratings den Ausblick für Thailand zuletzt weiterhin als stabil eingestuft hat.
Für das Jahr 2026 erwartet das Finanzministerium nun ein Wachstum von über drei Prozent. „Der Patient hat die Intensivstation verlassen und lernt wieder zu laufen“, sagte Ekniti. Nun gehe es darum, Wachstum effizient, inklusiv und nachhaltig zu gestalten, Haushaltsmittel gezielt einzusetzen und die Investitionsdynamik aufrechtzuerhalten.
Die Regierung hat 2026 offiziell zum „Jahr der Investitionen“ erklärt. Ziel ist es, die wirtschaftliche Erholung in eine Phase stabilen Wachstums zu überführen. Gelingt es, das aktuelle Momentum zu halten, könnte Thailand den Übergang von der Erholung zu einer Phase wirtschaftlicher Vollauslastung schaffen. (TNA)









