
PATTAYA, Thailand – Führende Vertreter der thailändischen Wirtschaft haben vor zunehmenden geopolitischen Spannungen und Unsicherheiten bei möglichen US-Zollmaßnahmen als zentrale Risiken für die globale Wirtschaft im Jahr 2026 gewarnt. Nach Einschätzung des Gemeinsamen Ständigen Ausschusses für Handel, Industrie und Banken (JSCCIB) könnten sich diese Faktoren auch spürbar auf die wirtschaftliche Entwicklung Thailands auswirken.
Die Bewertung wurde bei einer Pressekonferenz im Queen Sirikit National Convention Center vorgestellt. Teilnehmer waren unter anderem Kriengkrai Thiennukul, Vorsitzender der Federation of Thai Industries, Poj Aramwattananont, Vorsitzender der thailändischen Handelskammer, sowie Payong Srivanich, Vorsitzender der Thai Bankers’ Association.
Der JSCCIB verwies auf den Global Risks Report des Weltwirtschaftsforums, der geoökonomische Faktoren als größtes globales Risiko einstuft. Anhaltende geopolitische Entwicklungen hätten die Volatilität an den Finanzmärkten erhöht, insbesondere bei Wechselkursen und Goldpreisen. Zudem könnten mindestens neun weitere Produktgruppen von höheren US-Importzöllen betroffen sein. Dies würde Exporte im Wert von rund 45 Milliarden US-Dollar betreffen, was etwa 63 Prozent der thailändischen Ausfuhren in die Vereinigten Staaten im Jahr 2025 entspricht. Der Halbleitersektor verzeichnete dabei ein Wachstum von 53 Prozent.
Der Ausschuss äußerte zudem die Sorge, dass das Wirtschaftswachstum Thailands im Jahr 2026 unter zwei Prozent bleiben könnte. Als weitere Risiken wurden mögliche Verzögerungen bei der Ausarbeitung des Staatshaushalts für 2027 sowie eine langsame Auszahlung öffentlicher Investitionsmittel genannt. Bis zum 31. Januar 2026 seien lediglich 176,66 Milliarden Baht beziehungsweise 21,57 Prozent des vorgesehenen Investitionsbudgets ausgezahlt worden und damit unter den Erwartungen geblieben.
Der JSCCIB betonte die Bedeutung eines reibungslosen politischen Übergangs, regulatorischer Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie einer stärkeren Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen. Unter dem Ansatz „Reinvent Thailand“ solle so ein ausgewogenes und nachhaltiges Wachstum erreicht werden. (NNT)









