Starker Baht trübt Tourismusausblick für Pattaya 2026 – China-Markt bricht um 35 Prozent ein

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Thanet Supornsahasrungsi, Präsident des Chonburi Tourism Federation Association (ACTF), erläutert die Tourismus-Trends und Herausforderungen für Chonburi und Pattaya im Jahr 2026 und verweist auf die Auswirkungen eines starken Baht und rückläufiger Ankünfte aus Asien.

PATTAYA, Thailand – Der Tourismussektor in der Provinz Chonburi steht 2026 vor wachsenden Herausforderungen. Ein starker Baht belastet insbesondere die Fernmärkte, während die Ankünfte aus Asien weiterhin schwach bleiben. Darauf wies Thanet Supornsahasrungsi, Präsident des Chonburi Tourism Federation Association (ACTF), hin.

Thanet erklärte, dass während der Wintersaison von März bis April, einschließlich der Songkran-Feiertage, weiterhin Fernreisende aus Europa und Russland nach Thailand kommen. Das Wachstum dieses Segments von 2025 bis Anfang 2026 liege jedoch bei lediglich rund fünf Prozent und damit deutlich unter dem möglichen Niveau.



Der starke Baht habe sich zu einem zentralen Hemmnis entwickelt, da Thailand dadurch zu einem teureren Reiseziel werde. Steigende Kosten für Unterkünfte, Verpflegung und den täglichen Konsum – verstärkt durch ungünstige Wechselkurse – führten dazu, dass Fernreisende ihre Ausgaben stärker kontrollierten. Ohne diesen Währungsdruck hätte sich das Segment nach Einschätzung Thanets deutlich besser entwickeln können.

Besonders besorgniserregend sei jedoch die anhaltende Schwäche des asiatischen Marktes, der traditionell das ganzjährige Rückgrat des Pattaya-Tourismus bildet. Im Jahr 2025 gingen die Ankünfte aus China um 35 Prozent zurück, während der südkoreanische Markt ein Minus von 25 Prozent verzeichnete. Lediglich der indische Markt zeigte ein leichtes Wachstum, das jedoch nicht ausreichte, um den allgemeinen Rückgang auszugleichen.

In der Folge sanken selbst während der Hochsaison die durchschnittlichen Auslastungsraten in den Sommermonaten. Dies löste einen Ketteneffekt im Hotelsektor aus, insbesondere bei Betrieben mit starker Abhängigkeit vom indischen Markt. Einige Vier- und Fünf-Sterne-Hotels sahen sich gezwungen, ihre Preise zu senken, um mit Drei-Sterne-Häusern konkurrieren zu können.

Thanet betonte, dass sich Tourismusunternehmen dringend anpassen müssten, insbesondere angesichts des veränderten Reiseverhaltens chinesischer Gäste. Klassische Gruppenreisen, einst dominierend, seien stark zurückgegangen. Daten der Association of Thai Travel Agents (ATTA) zeigen, dass nur noch 30 Prozent der chinesischen Besucher über Reiseveranstalter kommen, während 70 Prozent als Individualreisende (FIT) online buchen.

Die europäischen Märkte, insbesondere Deutschland und Großbritannien, verzeichnen ein moderates Wachstum von rund fünf Prozent. Reiseveranstalter berichten jedoch, dass der starke Baht und steigende Kosten eine kräftigere Erholung weiterhin begrenzen.

Dieser Wandel habe die Bedeutung traditioneller Reisebüros verringert und den Fokus auf digitales Marketing über chinesische Plattformen wie Xiaohongshu, WeChat und das chinesische TikTok verlagert. Effektive Ansprache erfordere jedoch spezielles Fachwissen, warnte Thanet, da Chinas strenge Online-Regulierungen schlecht gemanagte Kampagnen bereits an der Quelle blockieren könnten.

Auch im russischen Markt seien Veränderungen zu beobachten. Während früher Charterflüge den Winterverkehr zum Flughafen U-Tapao dominierten, wechselten einige Reiseveranstalter nun zu regulären Linienflügen über den Flughafen Suvarnabhumi. Dies werde als positives Signal gewertet, da es gleichmäßigere Ankünfte über das gesamte Jahr hinweg ermögliche, statt ausgeprägter saisonaler Spitzen.

 

Die europäischen Märkte, insbesondere Deutschland und Großbritannien, verzeichneten ein moderates Wachstum von rund fünf Prozent. Dennoch bleibe eine stärkere Erholung durch den starken Baht und steigende Reisekosten begrenzt.

Thanet ergänzte, dass Pattaya weiterhin von seiner Nähe zu Bangkok und den guten Verkehrsverbindungen auf Straße und in der Luft profitiere. Trotz begrenzter Inlandsflüge über U-Tapao sei die Anreise über den Flughafen Suvarnabhumi problemlos, was Pattaya sowohl für thailändische als auch für internationale Besucher attraktiv halte.

Nach pandemiebedingten Erhebungen des Ministeriums für Tourismus und Sport übersteigt die Zahl der thailändischen Touristen inzwischen die der ausländischen Besucher. Internationale Gäste generieren jedoch weiterhin höhere Einnahmen, da sie im Durchschnitt länger bleiben. Der Inlandstourismus konzentriert sich nach wie vor auf Wochenenden und Feiertage.

Beide Märkte, so Thanet abschließend, seien entscheidend für die Widerstandsfähigkeit des Pattaya-Tourismus. Eine ausgewogene Entwicklung von Inlands- und Auslandstourismus werde unerlässlich sein, da globale wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten das Reiseverhalten weiterhin prägen.