Zweistufiges Modell für WM-Übertragungen vorgeschlagen – Thailand diskutiert erneut über Fernsehrechte

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Der ehemalige NBTC-Vizevorsitzende Oberst Dr. Natee Sukonrat plädiert für ein zweistufiges Modell der WM-Übertragung, bei dem wichtige Spiele frei empfangbar bleiben, während andere Partien kommerziell über Bezahlplattformen vermarktet werden können.

PATTAYA, Thailand – Angesichts der erneuten Debatte über die Übertragungsrechte der FIFA-Fußballweltmeisterschaft hat der frühere stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Rundfunk- und Telekommunikationskommission (NBTC), Oberst Dr. Natee Sukonrat, ein neues Modell vorgeschlagen, das den Zugang der Öffentlichkeit mit den wirtschaftlichen Realitäten des modernen Medienmarktes in Einklang bringen soll.

In einem Facebook-Beitrag erklärte Dr. Natee, Thailand müsse den wiederkehrenden Streit überwinden, der vor jeder Weltmeisterschaft über die Finanzierung und Verfügbarkeit der Übertragungsrechte entstehe. Ursache sei die Entwicklung der FIFA-WM zu einem hochpreisigen kommerziellen Medienprodukt, während klassische frei empfangbare Fernsehsender mit sinkenden Werbeeinnahmen und begrenzten Budgets konfrontiert seien.



Vorschlag für ein zweistufiges System
Anstatt die Weltmeisterschaft vollständig von der thailändischen „Must Have“-Liste zu streichen, die den freien Zugang zu bedeutenden Sportereignissen garantiert, schlägt Dr. Natee ein zweistufiges Modell vor.

Demnach sollen weiterhin kostenlos im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden:

  • das Eröffnungsspiel,
  • die Halbfinalspiele,
  • das Finale,
  • sowie alle Spiele der thailändischen Nationalmannschaft, falls sich diese qualifiziert.

Alle übrigen Partien könnten exklusiv von Bezahlfernsehen, Streamingdiensten und OTT-Plattformen erworben werden. Dies würde den Rechteinhabern ermöglichen, ihre Investitionen über Abonnements zu refinanzieren.

Gleichzeitig müssten die Rechteinhaber kostenlose Zusammenfassungen von mindestens fünf Minuten Länge für frei empfangbare Sender bereitstellen, damit auch Zuschauer ohne Abonnement dem Turnier folgen können.


Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und öffentlichem Interesse
Dr. Natee sprach sich gegen Forderungen aus, die „Must Have“-Regelung vollständig abzuschaffen. Ein rein marktwirtschaftlicher Ansatz würde seiner Ansicht nach einkommensschwächere Zuschauer benachteiligen und den gesellschaftlichen Wert großer Sportereignisse untergraben.

Sportgroßereignisse dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern könnten auch die Sportförderung unterstützen, junge Menschen inspirieren und gemeinsame nationale Erlebnisse schaffen.

Gleichzeitig räumte er ein, dass Thailand bei Verhandlungen mit der FIFA nicht über die Marktmacht großer Länder wie China oder Indien verfüge und deshalb zunehmend Schwierigkeiten habe, erschwingliche Übertragungsverträge zu erhalten.



Forderung nach regulatorischer Reform
Der ehemalige Regulierungsbeamte forderte die NBTC auf, ihre Vorschriften an die veränderte globale Medienlandschaft anzupassen. Internationale Modelle könnten als Vorbild dienen, um kommerzielle Interessen und öffentlichen Zugang besser auszubalancieren.

Nach seiner Ansicht könnte ein reformiertes System zukünftige Kontroversen um WM-Rechte vermeiden und die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung oder kurzfristiger Sponsorensuchen verringern.

Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem weiterhin unklar ist, wer die Übertragungsrechte für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Thailand erwerben wird. Medien- und Telekommunikationsunternehmen prüfen Berichten zufolge verschiedene Optionen, während die Verhandlungen andauern.