Thailand treibt „Trade-In-Auto“-Programm voran – finanzielle Entlastung gegen drohende Konjunkturabkühlung

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Finanzminister Ekniti Nitithanprapas stellt dringende Maßnahmen gegen steigende Kraftstoffpreise vor, darunter ein geplantes „Altes Auto gegen neues Auto“-Programm sowie gezielte finanzielle Entlastungen für Haushalte und Unternehmen.

PATTAYA, Thailand – Das Finanzministerium von Thailand bereitet ein Paket dringender Maßnahmen vor, das am 11. April dem Kabinett vorgelegt werden soll. Ziel ist es, die wachsende Belastung durch hohe Kraftstoffpreise für Haushalte und Unternehmen zu verringern, da zunehmende Sorgen über negative Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft bestehen.

Der stellvertretende Premierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas erklärte, die Vorschläge seien darauf ausgerichtet, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu unterstützen, den Binnenkonsum anzukurbeln und eine stärkere wirtschaftliche Abkühlung zu verhindern.



Ein zentrales Element ist das geplante „Altes Auto gegen neues Auto“-Programm („Trade-In Car“), das durch zinsgünstige Kredite in Höhe von insgesamt 30 Milliarden Baht unterstützt werden soll. Das Programm gilt für inländisch produzierte Fahrzeuge, einschließlich Elektrofahrzeugen (EVs) und Hybridautos, und soll den Übergang zu sauberer Energie sowie die Reduzierung von CO₂-Emissionen fördern.

Zusätzliche kurzfristige Entlastungsmaßnahmen umfassen:

  • Aufstockung der staatlichen Sozialkarte um 100 Baht für einen Monat
    • Unterstützung der Treibstoffkosten für den Fischereisektor
    • Zinsgünstige Kredite über die Bank für Landwirtschaft und landwirtschaftliche Genossenschaften (BAAC) zur Unterstützung von Landwirten beim Düngemittelkauf
    • Anreize zur Förderung der Solarenergie-Nutzung

Die Behörden koordinieren die Maßnahmen ressortübergreifend. Das Handelsministerium überwacht die Preise von Konsumgütern im Rahmen der Initiative „Thai Help Thai“, während das Haushaltsamt mögliche Anpassungen der Baukostenindizes prüft, um Bauunternehmen angesichts steigender Materialpreise zu entlasten.

Der Staat subventioniert derzeit die Kraftstoffpreise mit fast 20 Baht pro Liter pro Tag, um starke Preissprünge im Vergleich zu Nachbarländern zu verhindern.

Experten warnen, dass die Energiekrise bereits eine Kettenreaktion auslöst: steigende Produktionskosten, höhere Inflation und sinkende Nachfrage. Ohne Gegenmaßnahmen könnte eine sogenannte Stagflation entstehen – ein Zustand, in dem Wirtschaftswachstum stagniert, während die Preise hoch bleiben.


Das Finanzministerium bereitet zudem ein Budgetumverteilungsgesetz im Umfang von rund 100 Milliarden Baht vor, um mehr finanzielle Flexibilität zu schaffen, und prüft Kreditgarantien für den Fall vorsichtigerer Kreditvergaben durch Banken.

Für 2026 wird derzeit ein Wirtschaftswachstum von rund 2 % prognostiziert, wobei steigende globale Ölpreise ein erhebliches Risiko darstellen. Schätzungen zufolge könnte ein Anstieg des Rohölpreises um 10 US-Dollar das BIP-Wachstum um etwa 0,2 Prozentpunkte senken.

Nach Songkran wird Ekniti voraussichtlich an Treffen mit der Weltbank in den USA teilnehmen, um Thailands wirtschaftliche Lage vorzustellen und das Vertrauen internationaler Investoren zu stärken.