Thailand signalisiert Ende der lockeren Visa-Ära angesichts von Sicherheits- und Tourismusbedenken

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Thailand plant eine umfassende Überprüfung aller Visakategorien, darunter Touristen-, Studenten-, Investitions- und Langzeitvisa, während die Regierung auf „Qualitätstourismus“ und strengere Kontrollen setzt.

PATTAYA, Thailand – Die thailändische Regierung bereitet eine umfassende Überarbeitung ihrer Visapolitik vor. Premierminister Anutin Charnvirakul hat strengere Kontrollmaßnahmen für sämtliche Visakategorien angeordnet, da die Behörden kriminelle Aktivitäten eindämmen und die Tourismusstrategie des Landes stärker auf „Qualität statt Quantität“ ausrichten wollen.

Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul erklärte, dass entsprechende Gespräche während eines Treffens der Minister der Bhumjaithai Party stattgefunden hätten. Hintergrund seien jüngste Vorfälle mit chinesischen Touristen sowie Berichte über einflussreiche Gruppen, die in geschützte Nationalparkgebiete eindringen.


Surasak bestätigte, dass die Regierung nicht nur Touristenvisa, sondern sämtliche derzeit angebotenen Visakategorien überprüfen werde. Dazu zählen investitionsbezogene BOI-Visa, Studentenvisa, auf Ehe basierende Aufenthaltsregelungen sowie andere Programme für langfristige Aufenthalte.

Der Premierminister habe Berichten zufolge die Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe angeordnet, um das gesamte Visasystem neu zu bewerten. Dem Ausschuss sollen unter anderem Vizepremierminister Pakorn Nilprapunt sowie Vertreter relevanter Regierungsbehörden angehören. Die formelle Genehmigung wird bei der nächsten Kabinettssitzung erwartet.

Surasak erklärte außerdem, dass das derzeitige 60-tägige visafreie Einreiseprogramm wahrscheinlich aufgehoben werde. Das Außenministerium bereite bereits einen entsprechenden Vorschlag zur Vorlage im Kabinett vor.

Nach Angaben des Ministers ist die Regierung der Ansicht, dass der finanzielle Status allein nicht mehr ausreiche, um potenzielle Risiken durch ausländische Besucher zu bewerten.

„Geld kann nicht länger das einzige Kontrollinstrument sein“, sagte Surasak. Die Behörden müssten zusätzliche Risikofaktoren prüfen, da kriminelle Netzwerke zunehmend Visawege nutzten, um ihre Aktivitäten in Thailand auszuweiten.

Der Minister räumte ein, dass sich grenzüberschreitende Kriminalität, darunter sogenannte Nominee-Unternehmen und andere illegale Geschäfte mit Verbindungen zu ausländischen Staatsangehörigen, zu einem wachsenden Problem entwickelt hätten.


Behörden betonten jedoch, dass rechtmäßige Besucher und Ausländer, die die thailändischen Gesetze einhalten, von den strengeren Maßnahmen nicht betroffen sein sollten.

Surasak erklärte weiter, dass der Premierminister deutlich gemacht habe, Thailand müsse sich von der reinen Konzentration auf hohe Besucherzahlen lösen und stattdessen verstärkt hochwertige Touristen anziehen, die positiv zur Wirtschaft beitragen, ohne soziale oder sicherheitsrelevante Probleme zu verursachen.


„Es geht nicht mehr darum, die Einreise nur zu erleichtern, um die Besucherzahlen zu steigern“, sagte er. „Das Ziel ist die qualitative Modernisierung der gesamten thailändischen Tourismusindustrie.“

Die vorgeschlagenen Änderungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Thailand zunehmend wegen ausländischer Geschäftsaktivitäten, illegaler Landnutzung, Nominee-Eigentumsstrukturen und grenzüberschreitender krimineller Netzwerke unter Beobachtung steht, die verschiedene Visa-Programme zur Einreise nutzen.