Thailand kürzt visafreien Aufenthalt auf 30 Tage wegen Missbrauch

0
242
Außenminister Sihasak Phuangketkeow spricht bei einem Briefing in Bangkok, während das Außenministerium eine Verkürzung visafreier Aufenthalte von 60 auf 30 Tage vorschlägt – begründet mit wachsendem Missbrauch touristischer Einreiseregeln und illegalen Aktivitäten ausländischer Akteure.

PATTAYA, Thailand – Das thailändische Außenministerium bereitet eine weitreichende Änderung der Einreisebestimmungen vor: Die visafreie Aufenthaltsdauer für ausländische Touristen soll von derzeit 60 auf 30 Tage reduziert werden. Ziel ist es, Missbrauch einzudämmen und illegale Aktivitäten stärker zu kontrollieren.

Außenminister Sihasak Phuangketkeow erklärte, der Vorschlag sei der Regierung bereits zur Prüfung vorgelegt worden. Hintergrund seien zunehmende Hinweise darauf, dass ausländische Staatsangehörige die visafreie Regelung nicht nur für touristische Zwecke nutzen, sondern faktisch einen dauerhaften Aufenthalt in Thailand etablieren, Geschäfte betreiben oder sich sogar in grenzüberschreitende Betrugsnetzwerke verstricken.

Nach Angaben des Ministers seien 30 Tage für klassische touristische Aufenthalte ausreichend. Wer länger bleiben möchte, könne reguläre Verlängerungen beantragen oder im Vorfeld entsprechende Langzeitvisa nutzen.

Die Behörden betonen, dass sich die Maßnahme nicht gegen bestimmte Nationalitäten richtet. Vielmehr gehe es darum, nationale Sicherheitsinteressen zu stärken und bestehende Schlupflöcher zu schließen. Aktuell gilt die visafreie Regelung für 93 Länder und Territorien und erlaubt Aufenthalte von bis zu 60 Tagen, die unter bestimmten Bedingungen verlängert werden können.

Parallel dazu hat die Einwanderungsbehörde ihre Kontrollen bereits verschärft. Reisende müssen verstärkt Nachweise über Weiterreisen und Unterkünfte erbringen. Zudem werden wiederholte Einreisen genauer überprüft, während sogenannte „Visa Runs“ – also das kurzfristige Aus- und Wiedereinreisen zur Verlängerung des Aufenthalts – zunehmend unterbunden werden.

Offizielle Stellen betonen, dass das übergeordnete Ziel darin besteht, den Tourismus weiterhin zu fördern, gleichzeitig jedoch eine bessere Regulierung sicherzustellen und Thailand nicht länger als Basis für illegale Aktivitäten unter dem Deckmantel des Tourismus missbrauchen zu lassen.