
CHONBURI, Thailand – Die thailändische Wahlkommission (EC) sieht sich wachsendem Druck ausgesetzt, nachdem in mehreren Provinzen Demonstranten lokale Neuauszählungen wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten fordern. Unter dem Hashtag #RecountNationwide wird in sozialen Medien inzwischen sogar eine landesweite Neuauszählung verlangt.
Der Hashtag gewann an Dynamik nach einer angespannten Situation in Chonburi, wo Hunderte Einwohner einen Lastwagen mit Wahlurnen umringten und seit Montagabend über Nacht ausharrten, um deren Abtransport zu verhindern. Sie beriefen sich auf eine aus ihrer Sicht verdächtige Handhabung der Urnen sowie auf in der Nähe entdeckte, weggeworfene Auszählungsprotokolle.
Auch in Suphan Buri kam es am späten Dienstagabend zu Protesten. Hunderte Menschen versammelten sich vor dem Provinzverwaltungsgebäude und verwiesen auf angeblich auffälliges Verhalten von Wahlbeamten. Die örtlichen Wahlbehörden lehnten eine sofortige Neuauszählung ab und erklärten, zunächst die Genehmigung der zentralen Wahlkommission in Bangkok einholen zu müssen. Die Demonstranten blieben über Nacht vor Ort, bewachten die Wahlurnen und kündigten für Mittwochnachmittag eine größere Kundgebung an.
In Chanthaburi installierten zivilgesellschaftliche Gruppen eigene Überwachungskameras in einem Lagerhaus für Wahlurnen, nachdem es zu erheblichen Verzögerungen bei der Anlieferung von Wahlmaterial aus benachbarten Bezirken gekommen war. Aktivisten wiesen darauf hin, dass der Transport aus weniger als 100 Kilometer entfernten Gebieten mehr als zwei Tage gedauert habe. Sie forderten die Wahlbehörden der Provinz auf, eine Neuauszählung in allen drei Wahlkreisen anzuordnen.
Zudem verlangte eine Bürgergruppe von der Wahlkommission die Offenlegung offizieller Dokumente sowie die Zulassung stichprobenartiger Prüfungen. Hintergrund seien rechnerische Unstimmigkeiten in einzelnen Auszählungen, die auf mögliche Eingabefehler hindeuteten.
Auch in Si Sa Ket wurden Unregelmäßigkeiten gemeldet. Dort beantragten Einwohner die Einrichtung einer Untersuchungskommission. Beschwerdeführer verwiesen auf widersprüchliche Angaben zur Wahlbeteiligung sowie auf die Anwesenheit eines nicht autorisierten „Mannes in Schwarz“ in einer Auszählungsstelle kurz vor Bekanntgabe der Ergebnisse. Im sechsten Wahlkreis der Provinz liegt der Kandidat der Partei Bhumjaithai derzeit mit lediglich 216 Stimmen Vorsprung knapp vor seinem Rivalen von Pheu Thai. (TNA)









