
PATTAYA, Thailand – Als die Polizei in Phatthalung stolz ihre nächtliche Aktion präsentierte, bei der um 3 Uhr morgens 19 Motorräder von jugendlichen Straßenrennfahrern beschlagnahmt wurden, war die Botschaft klar: Durchgreifen ist möglich, wenn Behörden entschlossen handeln. Beamte arbeiteten die ganze Nacht, verfolgten die Fahrer bis ins Straßenbegleitgelände und beseitigten eine Störung, die Anwohner und Verkehrsteilnehmer belastet hatte. Dieses Beispiel ist in Pattaya nicht unbemerkt geblieben.
In Pattaya sind Beschwerden über Lärm, rücksichtsloses Fahren, illegale Rennen, öffentliche Unruhe und nächtliche Störungen an der Tagesordnung. Anwohner entlang der Hauptstraßen und Touristen in Strandnähe berichten regelmäßig von schlaflosen Nächten wegen Motorradrennen, manipulierten Auspuffanlagen und Gruppen, die öffentliche Straßen wie private Rennstrecken behandeln. Dennoch bleiben ernsthafte Durchgreifmaßnahmen sporadisch, oft reaktiv und meist nur von kurzer Dauer. Die Frustration dreht sich weniger um Ressourcen als um Konsequenz.
Pattaya ist eine der wichtigsten Tourismusstädte Thailands und empfängt jedes Jahr Millionen Besucher. Touristen erwarten Sicherheit, Ordnung und sichtbare Polizeipräsenz. Anwohner erwarten dasselbe. Stattdessen erleben viele lange Phasen der Untätigkeit, gefolgt von kurzen Kontrollkampagnen, die ebenso schnell wieder verschwinden, wie sie begonnen haben.
Die Aktion in Phatthalung zeigt, dass nächtliche Kontrollen durchaus möglich sind. Die Polizei handelte zu der Uhrzeit, zu der die Störungen tatsächlich auftreten. Sie griff ein, bevor Unfälle passierten, nicht erst danach. Und sie machte das Ergebnis öffentlich sichtbar.
In Pattaya wirkt die Durchsetzung dagegen oft selektiv. Lärmbeschwerden häufen sich. Rücksichtslose Fahrer tauchen Nacht für Nacht wieder auf. Illegale Straßenrennen wechseln den Ort, verschwinden aber nie ganz. Wenn Maßnahmen erfolgen, dann häufig erst nach Empörung in sozialen Medien, viralen Videos oder schweren Verletzungen.
Tourismus-Werbekampagnen sprechen unablässig von Erholung, Vertrauen und Sicherheit. Doch Vertrauen entsteht aus dem, was Besucher auf der Straße erleben – nicht aus Broschüren. Ein Tourist, der bis zum Morgengrauen von Rennmaschinen wachgehalten oder durch riskantes Fahren verunsichert wird, nimmt keine guten Erinnerungen mit nach Hause, egal wie viele Festivals beworben werden.
Auch viele Einwohner erreichen einen kritischen Punkt. Sie haben zunehmend das Gefühl, im Namen des Tourismus Unordnung hinnehmen zu müssen, während grundlegende Probleme der Lebensqualität ungelöst bleiben. Dieser Tausch wird immer weniger akzeptiert.
Was Pattaya braucht, ist keine weitere Ankündigung und keine kurzfristige Razzia. Die Stadt braucht nachhaltige, sichtbare Kontrollen zu den Zeiten, in denen die Probleme tatsächlich auftreten. Sie braucht Polizeipräsenz, die Fehlverhalten verhindert, bevor es eskaliert. Und sie muss Einheimischen wie Besuchern zeigen, dass Regeln konsequent gelten – nicht nur gelegentlich.
Die Operation in Phatthalung war nichts Außergewöhnliches. Sie war schlicht solide Polizeiarbeit.
Genau deshalb stellen Einwohner und Touristen in Pattaya eine einfache Frage: Wenn es dort um 3 Uhr morgens möglich ist – warum nicht hier?









