Online-Casino-Boss mit Verbindungen zum Shwe-Kokko-Netzwerk in Pattaya festgenommen

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Polizei nimmt in Pattaya einen chinesischen Online-Glücksspiel-Boss fest, der mit dem Shwe-Kokko-Netzwerk in Verbindung steht, nachdem ein milliardenschweres internationales Betrugssystem mit Hunderttausenden Nutzern aufgedeckt wurde.

PATTAYA, Thailand – Die thailändischen Behörden haben einen chinesischen Staatsbürger festgenommen, der als zentrale Figur eines transnationalen Online-Glücksspielnetzwerks gilt. Das Netzwerk steht in Verbindung mit dem umstrittenen Shwe-Kokko-Komplex in Myanmar. Die Festnahme erfolgte bei einer Razzia in Pattaya am 9. April.

Der Verdächtige, identifiziert als Bei Minxue, wurde von einem gemeinsamen Einsatzteam aus Spezialeinheiten und Einwanderungsbehörden vor einer Residenz in Jomtien Soi 14 festgenommen. Gegen ihn lag ein Haftbefehl der chinesischen Behörden vor, zudem war seine Aufenthaltsgenehmigung in Thailand bereits zuvor widerrufen worden.

Ermittler zufolge soll Bei eine Schlüsselrolle in einem groß angelegten Online-Glücksspielnetzwerk gespielt haben, das über mindestens 239 digitale Plattformen operierte. Mehr als 330.000 Nutzer in 31 chinesischen Provinzen sollen beteiligt gewesen sein. Das System soll einen illegalen Umsatz von rund 2,775 Milliarden Yuan (etwa 13,18 Milliarden Baht) generiert haben.

Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Verdächtige Teil eines größeren kriminellen Syndikats war, das mit Shwe Kokko verbunden ist – einem Entwicklungsgebiet an der Grenze zu Myanmar, das immer wieder mit illegalem Glücksspiel und grenzüberschreitender Kriminalität in Verbindung gebracht wird. Laut Behörden ist das Netzwerk seit 2016 aktiv und soll mindestens 2,4 Milliarden Baht an illegalen Gewinnen erzielt haben.

Die Ermittler stellten zudem fest, dass der Verdächtige versucht haben soll, seine Identität zu verschleiern. Reiseaufzeichnungen zeigen, dass er Thailand im Mai 2024 mit einem chinesischen Pass in Richtung Vientiane verließ und im August 2025 mit einem Pass von St. Kitts und Nevis wieder einreiste. Biometrische Gesichtserkennung bestätigte jedoch seine Identität eindeutig.


Der Verdächtige wurde nach Bangkok überstellt, wo das Einwanderungsrechtliche Verfahren fortgesetzt wird. Die Behörden koordinieren sich derzeit mit der chinesischen Botschaft, um eine Auslieferung nach China zu ermöglichen.

Die thailändische Polizei betont, dass die Festnahme Teil verstärkter Maßnahmen gegen transnationale Kriminalitätsnetzwerke ist, die Thailand als Operationsbasis nutzen – insbesondere im Bereich Online-Glücksspiel und Finanzkriminalität.