Baht-Stabilität im Fokus während Thailands Wirtschaft von Tourismus und Exportwachstum profitiert

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Pranee Sutthasri von der Bank of Thailand erläutert die Wirtschafts- und Geldpolitik für Januar 2026 und betont, dass Deviseninterventionen ausschließlich der Verringerung von Volatilität dienen und keinen Handelsvorteil bezwecken.

PATTAYA, Thailand – Die Bank of Thailand (BOT) hat bekräftigt, dass ihre Eingriffe in den Baht ausschließlich darauf abzielen, übermäßige Wechselkursschwankungen zu reduzieren und keinen Handelsvorteil zu erzielen. Hintergrund sind zunehmende internationale Beobachtungen der Währungspolitik.

Pranee Sutthasri, Senior Director der makroökonomischen Abteilung der Zentralbank, erklärte, dass sich die thailändische Wirtschaft im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat verbessert habe. Haupttreiber seien ein starkes Exportwachstum sowie eine deutliche Erholung des Tourismussektors gewesen.



Die Exporte legten im Jahresvergleich um 23,6 Prozent zu, angeführt von anhaltendem Wachstum bei Elektronikprodukten sowie höheren Ausfuhren von Edelsteinen, Schmuck und erdölbezogenen Gütern. Auch die privaten Investitionen stiegen um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilweise aufgrund vorgezogener Produktionssteigerungen bei Elektrofahrzeugen vor dem Auslaufen des staatlichen Förderprogramms EV 3.0 Ende Januar.

Der Tourismussektor zeigte eine solide Erholung bei Ankünften und Einnahmen. Im Januar wurden 3,3 Millionen ausländische Besucher gezählt, unterstützt durch eine stärkere Rückkehr chinesischer Kurzstreckenreisender sowie durch Fernmärkte wie die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich. Die Tourismuseinnahmen in Baht stiegen um 9,0 Prozent und machten damit den Rückgang von 2,2 Prozent im Dezember 2025 wett.


Die öffentlichen Ausgaben wuchsen weiterhin im Jahresvergleich, insbesondere bei laufenden Ausgaben im Zusammenhang mit Wahlen und Referenden. Die öffentlichen Investitionen begannen jedoch nach beschleunigten Auszahlungen in den Vormonaten nachzulassen.

Die Gesamtinflation sank im Januar weiter auf minus 0,66 Prozent nach minus 0,28 Prozent im Dezember, vor allem wegen niedrigerer Preise für frische Lebensmittel und Energie, insbesondere Öl. Die Kerninflation blieb mit 0,60 Prozent stabil.

Der Baht wertete im Januar durchschnittlich auf, hauptsächlich aufgrund externer Faktoren wie eines schwächeren US-Dollars, Unsicherheiten über die US-Handels- und Zollpolitik sowie steigender geopolitischer Risiken. Auch inländische Faktoren wie höhere Goldpreise und das politische Umfeld während der Wahlperiode stützten die Währung. Im Februar begann der Baht jedoch zu schwächeln und bewegte sich wieder stärker im Einklang mit regionalen Handelspartnern.


Die BOT betonte, dass ihr Wechselkursmanagement auf die Glättung von Volatilität ausgerichtet sei und Thailand die Kriterien für Währungsmanipulation gemäß den Richtlinien des US-Finanzministeriums nicht erfülle.

Mit Blick nach vorn erwartet die Zentralbank, dass sich die wirtschaftliche Aktivität im Februar 2026 leicht abschwächen wird, da staatliche Konjunkturmaßnahmen – darunter das „Khon La Khrueng Plus“-Zuzahlungsprogramm und die EV-3.0-Anreize – schrittweise auslaufen. Auch die Budgetdynamik dürfte nachlassen.

Dennoch bleiben die Exportaussichten robust, insbesondere im Technologie- und Elektroniksektor. Darauf deuten steigende Importe von Investitionsgütern und Rohstoffen im Januar hin, die die künftige Exportproduktion unterstützen dürften. Auch das Geschäftsklima verbesserte sich im Februar, vor allem im verarbeitenden Gewerbe.

Trotz des positiven Ausblicks stehen Unternehmen weiterhin unter Druck durch hohe Produktionskosten, begrenzte Preissetzungsmacht und intensiven Wettbewerb im Inland. Die BOT regte an, dass die Regierung die lokalen Wertschöpfungsanforderungen stärken sollte, damit thailändische Hersteller stärker in Lieferketten eingebunden werden. Obwohl die Exporte im vergangenen Jahr um 12,7 Prozent zunahmen, blieb die Industrieproduktion ohne Wachstum – ein Hinweis darauf, dass die Exportgewinne noch nicht breit in der heimischen Wirtschaft angekommen sind.

Zu den wichtigsten Risiken zählen weiterhin Unsicherheiten über die US-Handels- und Zollpolitik. Zwar könnte Thailand zunächst von einer Zollsenkung auf 15 Prozent von zuvor 19 Prozent profitieren, doch zusätzliche Maßnahmen nach Section 301 oder Section 232 könnten neue Unsicherheiten schaffen. Auch geopolitische Spannungen sowie die Nachhaltigkeit der Tourismuserholung – insbesondere nach dem chinesischen Neujahrszeitraum – bleiben Beobachtungspunkte, ebenso mögliche Verzögerungen beim Haushaltsprozess 2027 und die wirtschaftspolitische Ausrichtung der neuen Regierung. (TNA)