Thailand verschärft Kontrollen gegen illegale Geldströme – Banken müssen strengere Prüfungen durchführen

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BOT-Gouverneur Vitai Ratanakorn stellt neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft, verdächtiger Finanztransaktionen und illegaler Geldströme vor. Dazu gehören strengere Kontrollen bei hohen Bargeldbewegungen.

BANGKOK, Thailand – Die Bank von Thailand (BOT) verschärft ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft, illegaler Finanznetzwerke und der Geldwäsche. Gleichzeitig warnt die Zentralbank, dass Finanzinstitute nicht als Kanäle für rechtswidrige Geschäfte missbraucht werden dürfen.

BOT-Gouverneur Vitai Ratanakorn erklärte, dass sich die Zentralbank verstärkt den strukturellen Problemen der Wirtschaft widme. Dazu gehörten insbesondere die informelle Wirtschaft, sogenanntes „graues Kapital“ sowie Korruption. Gleichzeitig würden Überwachungssysteme ausgebaut, um sicherzustellen, dass Geschäftsbanken und andere von der BOT beaufsichtigte Finanzinstitute nicht zur Unterstützung illegaler Aktivitäten genutzt werden.



Zu den Maßnahmen gehören strengere Kontrollen bei hohen Bargeldtransaktionen. Seit April und Mai verlangen Geschäftsbanken sowie staatliche Finanzinstitute von Kunden, die mehr als fünf Millionen Baht in bar abheben möchten, eine Begründung für die Transaktion. Die Vorschrift ist Teil verschärfter Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden.

Nach Angaben der Zentralbank sind die Bargeldabhebungen über fünf Millionen Baht infolge dieser Regelung bereits um rund 35 Prozent zurückgegangen.

Im vierten Quartal dieses Jahres sollen die Kontrollen ausgeweitet werden. Künftig sollen auch Bareinzahlungen von mehr als fünf Millionen Baht sowie Anträge auf den Umtausch großer Geldbeträge in kleinere Banknoten überprüft werden. Kunden könnten verpflichtet werden, die Herkunft der Gelder nachzuweisen, um Geldwäsche und andere illegale Finanzgeschäfte wirksamer zu bekämpfen.


Darüber hinaus hat die BOT die Banken angewiesen, sogenannte Geldkurier- oder „Mule“-Konten sowie Transaktionen im Zusammenhang mit Online-Glücksspielen intensiver zu überwachen. In Zusammenarbeit mit anderen Behörden wurden bereits mehr als 1.000 verdächtige Konten geschlossen.

Die Zentralbank beobachtet außerdem den Zufluss von „grauem Kapital“ in digitale Vermögenswerte. Gemeinsam mit der thailändischen Börsen- und Wertpapieraufsicht (SEC) werden insbesondere ungewöhnlich große Transaktionen mit der Kryptowährung USDT überwacht, die möglicherweise genutzt werden, um Meldepflichten zu umgehen oder Gelder außerhalb des regulären Finanzsystems zu transferieren.

Vitai erklärte zudem, dass die Behörden an neuen Vorschriften für sogenannte „Buy Now, Pay Later“ (BNPL)-Dienste arbeiten, deren Nutzung in Thailand in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat.



Nach Gesprächen mit Geschäftsbanken bereitet die BOT derzeit entsprechende Regulierungsrichtlinien vor. Vor der endgültigen Einführung soll eine öffentliche Anhörung stattfinden. Die neuen Vorschriften sollen bis Ende dieses Jahres verabschiedet werden.

Der Gouverneur betonte, dass die Regeln sorgfältig ausgearbeitet würden, um unbeabsichtigte Folgen – etwa einen übermäßigen Konsum durch leicht verfügbare Kredite – zu vermeiden. Ziel sei nicht, Anbieter einzuschränken, sondern ein verantwortungsbewusstes Finanzverhalten zu fördern, insbesondere bei jungen Verbrauchern, die ein höheres Risiko einer Überschuldung tragen.

Die BOT erklärte, dass künftige Finanzkontrollen darauf ausgerichtet seien, das Vertrauen in das thailändische Finanzsystem zu stärken und gleichzeitig dessen Missbrauch für illegale Aktivitäten zu verhindern.