
PATTAYA, Thailand – In Thailand wird Tintenfisch im Alltag häufig als „Fisch“ bezeichnet. Auf Märkten, in Restaurants und in alltäglichen Gesprächen ist diese Bezeichnung weit verbreitet. Tatsächlich gehört der Tintenfisch jedoch biologisch nicht zu den Fischen. Wissenschaftlich betrachtet ist er deutlich näher mit Muscheln und anderen Weichtieren verwandt als mit den Fischen, die üblicherweise auf unseren Tellern landen.
Was ist ein Tintenfisch wirklich?
Tintenfische gehören zu den sogenannten Kopffüßern (Cephalopoden), einer Gruppe wirbelloser Meerestiere, zu der auch Kraken, Sepien und Nautilusse zählen. Im Gegensatz zu Fischen besitzen sie keine Wirbelsäule und haben einen völlig anderen Körperbau.
Diese Meerestiere sind bekannt für ihre Tentakel, ihr hoch entwickeltes Nervensystem, ihre leistungsfähigen Augen und ihre Fähigkeit, sich durch das Ausstoßen von Wasserstrahlen fortzubewegen. Wissenschaftler betrachten sie als einige der intelligentesten wirbellosen Tiere überhaupt.
Biologisch gehören Tintenfische zum Stamm der Weichtiere (Mollusca), zu dem auch Muscheln, Austern, Schnecken und Miesmuscheln zählen.
Warum werden sie trotzdem als Fisch bezeichnet?
Der Grund liegt in Sprache und Tradition, nicht in der Wissenschaft. Lange bevor moderne biologische Klassifikationen entwickelt wurden, ordneten Menschen Tiere häufig danach ein, wo sie lebten, und nicht danach, wie sie evolutionär miteinander verwandt waren.
Alles, was im Meer oder in Flüssen lebte und als Nahrung diente, wurde oft als Fisch bezeichnet. Deshalb haben sich Begriffe wie „Tintenfisch“ oder ähnliche Bezeichnungen in vielen Sprachen bis heute gehalten, obwohl die Wissenschaft inzwischen eindeutig zeigt, dass Tintenfische zu einer völlig anderen Tiergruppe gehören.
Nicht der einzige Fall
Tintenfische sind nicht die einzigen Tiere, deren Name biologisch irreführend ist. Delfine und Wale leben im Meer und schwimmen wie Fische, gehören jedoch zu den Säugetieren. Sie atmen Luft und säugen ihre Jungen.
Auch Seesterne sind keine Fische. Sie gehören zu einer eigenen Tiergruppe, den Stachelhäutern.
Näher mit Muscheln verwandt
Obwohl im Alltag häufig von „Tintenfisch“ gesprochen wird, ist das Tier biologisch deutlich näher mit Muscheln und Austern verwandt als mit Thunfisch, Schnapper oder anderen echten Fischarten.
Wer also das nächste Mal gegrillten Tintenfisch oder Calamari bestellt, kann sich daran erinnern: Trotz seines Namens ist der Tintenfisch kein Fisch, sondern ein hoch entwickeltes Weichtier. Seine Bezeichnung ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, als Menschen die Natur noch ganz anders einordneten als heute.













