Thailand zweifelt wegen hoher Kosten an WM-Übertragungsrechten 2026

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Thailand könnte seine Pläne zum Erwerb der Übertragungsrechte für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 aufgeben, da stark steigende Lizenzkosten, ungünstige nächtliche Anstoßzeiten und schwaches Werbeinteresse Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projekts aufkommen lassen.

PATTAYA, Thailand – Thailand wird die Übertragungsrechte für die FIFA World Cup 2026 möglicherweise nicht erwerben, nachdem die Verhandlungen Berichten zufolge wegen stark steigender Lizenzkosten, schwacher Werbeaussichten und ungünstiger Anstoßzeiten ins Stocken geraten sind.

Nach Angaben aus Kreisen der thailändischen National Broadcasting and Telecommunications Commission (NBTC) versuchte die Regierung, eine Vereinbarung innerhalb eines Budgets auszuhandeln, das sich an den rund 600 Millionen Baht orientiert, die zuvor für die Unterstützung von Weltmeisterschaftsübertragungen verwendet wurden. Rechteinhaber sollen jedoch deutlich höhere Gebühren verlangen, die weit über dem liegen, was die thailändischen Behörden derzeit als finanziell vertretbar ansehen.


Beamte betonten, dass es nicht an Interesse am Turnier selbst mangele, sondern vielmehr Zweifel daran bestünden, ob eine so hohe Ausgabe öffentlicher Gelder für ein nur einmonatiges Sportereignis unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen noch gerechtfertigt werden könne.

Die FIFA World Cup 2026, die von den United States, Canada und Mexico ausgerichtet wird, stellt thailändische Sender zudem vor ein weiteres Problem: den erheblichen Zeitunterschied. Viele Spiele sollen erst gegen 3 Uhr morgens thailändischer Zeit beginnen, während manche Begegnungen erst gegen 10 Uhr vormittags enden könnten. Dadurch wachsen die Zweifel, wie viele Zuschauer bereit sein werden, Live-Übertragungen mitten in der Nacht zu verfolgen.


Die schwierigen Sendezeiten dürften zudem den wirtschaftlichen Nutzen verringern, den Restaurants, Bars und öffentliche Veranstaltungsorte während früherer Weltmeisterschaften üblicherweise verzeichneten. Frühere Turniere in Europa oder Asien boten für das thailändische Publikum deutlich günstigere Anstoßzeiten.

Ein weiteres Problem stellt die Werbung dar. Quellen zufolge zeigen private Unternehmen nur begrenztes Interesse daran, sich an der Finanzierung der Übertragungsrechte zu beteiligen. Grund dafür seien die erwarteten niedrigen Einschaltquoten während der Nachtstunden sowie die unsichere Zuschauerbindung.

Beamte wiesen außerdem darauf hin, dass internationale Übertragungsrechte für Weltmeisterschaften inzwischen Kosten in Höhe von mehreren zehn Millionen US-Dollar erreichen. Größere Länder profitierten dabei oft von niedrigeren Pro-Kopf-Kosten aufgrund ihrer wesentlich größeren Bevölkerungen. Für Thailand mit rund 60 Millionen Einwohnern könnten vergleichbare Gebühren dagegen eine deutlich größere Belastung für Steuerzahler und Rundfunkanstalten darstellen.

Eine abschließende Diskussion zu diesem Thema wird während der thailändischen Kabinettssitzung am 19. Mai erwartet. Dort sollen die Behörden offiziell entscheiden, ob Thailand die Bemühungen um die Sicherung der Übertragungsrechte für das Turnier 2026 fortsetzen wird.