
PATTAYA, Thailand – Das thailändische Kabinett hat am 12. Mai ein Budget von 1,3 Milliarden Baht für die Nationale Rundfunk- und Telekommunikationskommission (NBTC) genehmigt, damit diese die Übertragungsrechte für die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2026 sichern kann.
Das Turnier, offiziell die 23. FIFA-Weltmeisterschaft, findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den drei Gastgeberländern United States, Canada und Mexico statt.
Im Rahmen des genehmigten Plans wurde die NBTC als federführende Behörde bestimmt, um gemeinsam mit dem Privatsektor Werbeeinnahmen und kommerzielle Sponsoren zu gewinnen. Dadurch soll die Abhängigkeit von staatlichen Geldern reduziert und zugleich ein breiter öffentlicher Zugang zu den Spielen gewährleistet werden.
NBTC-Vorsitzender Dr. Sarana Boonbaichaiyapruek erklärte, dass bereits Gespräche mit der Premierministerin über mögliche Vorgehensweisen geführt wurden. Das thailändische Amt für Öffentlichkeitsarbeit soll nun einen operativen Plan ausarbeiten und diesen anschließend offiziell der NBTC vorlegen. Danach wird geprüft, ob Mittel aus dem Forschungs- und Entwicklungsfonds für Rundfunk, Fernsehen und Telekommunikation im öffentlichen Interesse (BTFP) bereitgestellt werden können.
Behördenvertreter betonten jedoch, dass sich das Vorhaben weiterhin in einer frühen Phase befinde. Die endgültige Finanzierungsstruktur, die Höhe der Unterstützung sowie die Beteiligung des Privatsektors seien noch nicht festgelegt.
Der amtierende NBTC-Generalsekretär Trairat Viriyasirikul erklärte, dass der Vorschlag zunächst vom Vorstand geprüft werden müsse, insbesondere hinsichtlich der zulässigen Nutzung verschiedener Fondsbereiche, die jeweils unterschiedlichen Bedingungen unterliegen.
Eine Quelle innerhalb der NBTC erklärte, dass die Entscheidung des Vorstands stark von den endgültigen Details des Projekts abhängen werde, darunter die Höhe des Budgets und die Begründung des öffentlichen Nutzens. Kleinere Finanzierungsanträge könnten leichter genehmigt werden, während größere Summen einer strengeren Prüfung unterzogen würden.
Die Kosten für die Übertragungsrechte der Weltmeisterschaft 2026 werden auf rund 1,5 bis 1,6 Milliarden Baht geschätzt. Dies hat Befürchtungen ausgelöst, dass die Beteiligung des Privatsektors allein möglicherweise nicht ausreichen könnte, falls die wirtschaftliche Rentabilität unklar bleibt.
Im Gegensatz zu früheren Turnieren hat die NBTC die FIFA-Weltmeisterschaft inzwischen von der sogenannten „Must-Have“-Liste gestrichen. Fernsehsender sind damit rechtlich nicht mehr verpflichtet, das Turnier im frei empfangbaren Fernsehen auszustrahlen. Dadurch liegt die Verantwortung für den Erwerb der Rechte vollständig bei marktwirtschaftlichen Entscheidungen.
Behörden verwiesen zudem auf frühere Komplikationen bei der Vergabe der Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaft 2022 in Qatar. Damals führte eine NBTC-Finanzierung von 600 Millionen Baht zu Streitigkeiten über Übertragungsvereinbarungen und ungelösten finanziellen Problemen, weshalb die Regulierungsbehörden diesmal deutlich vorsichtiger agieren.
Gleichzeitig gibt es Fragen, warum die thailändische Sportbehörde (SAT) keine führende Rolle übernimmt. Quellen zufolge spielen dabei rechtliche und finanzielle Einschränkungen eine Rolle, da Thailand keine eigene Nationalmannschaft im Turnier stellt.
Obwohl die Kabinettsentscheidung nun den Rahmen geschaffen hat, wird das endgültige Ergebnis von der Entscheidung des NBTC-Vorstands, der Fähigkeit zur Gewinnung privater Investoren sowie davon abhängen, ob ein breiter öffentlicher Zugang ermöglicht werden kann, ohne die Kontroversen der Vergangenheit zu wiederholen.













