Super-El-Niño zeichnet sich im Pazifik ab: Hitzeentwicklung 2026 sorgt für globale Besorgnis

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Zunehmende Wärme unter der Meeresoberfläche im Pazifik deutet auf einen möglichen Super-El-Niño hin. Die Weltorganisation für Meteorologie warnt vor extremen globalen Hitzewellen bis 2027.

PATTAYA, Thailand – Erste Anzeichen für ein mögliches starkes El-Niño-Ereignis werden im Pazifik sichtbar. Wissenschaftler beobachten aufmerksam den Aufbau von Wärme unter der Meeresoberfläche, der Muster widerspiegelt, wie sie vor früheren „Super“-Ereignissen festgestellt wurden.

Jüngste Analysen von Temperaturanomalien unter der Oberfläche – gemessen in den oberen 300 Metern des tropischen Pazifiks – zeigen eine rasch zunehmende Ansammlung warmen Wassers, insbesondere im westlichen Pazifik. Obwohl sich diese Entwicklung im Vergleich zu früheren Großereignissen leicht verzögert zeigt, betonen Experten, dass sich die Erwärmung deutlich beschleunigt.


Dies hängt teilweise mit dem Übergang aus einer schwachen La-Niña-Phase zusammen, wodurch das Klimasystem zeitlich noch aufholt. Gleichzeitig treiben starke Westwindphasen warmes Wasser nach Osten – ein entscheidender Auslöser für die Entwicklung von El-Niño-Bedingungen.

Im Vergleich mit historischen Referenzjahren wie 1997 und 2015 weist das Muster für 2026 ähnliche Merkmale auf, wobei in einigen Regionen sogar eine noch stärkere Wärmeansammlung beobachtet wird. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich diese gespeicherte Energie in den kommenden Wochen ostwärts verlagern und das Phänomen weiter verstärken könnte.

Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie könnte das sich entwickelnde Ereignis in den Jahren 2026 bis 2027 zu den stärksten seit über 140 Jahren zählen. Setzen sich die aktuellen Trends fort, könnte das Jahr 2027 weltweit als das heißeste jemals gemessene Jahr eingehen.

El Niño bedeutet jedoch nicht einfach weniger Regen, sondern verändert vor allem dessen zeitliche und räumliche Verteilung. In Regionen wie Südostasien, einschließlich Thailand, führt dies häufig zu längeren Trockenperioden, unterbrochen von kurzen, aber intensiven Regenfällen, was das Wassermanagement erschwert.

Für Thailand sind die Auswirkungen besonders komplex. Längere Trockenphasen können Landwirtschaft und Wasserversorgung belasten, während plötzliche Starkregen das Risiko von Sturzfluten erhöhen. Die größte Herausforderung liegt dabei weniger in der Gesamtmenge des Niederschlags als in dessen Unvorhersehbarkeit.

Während sich die unterirdische Wärme weiter aufbaut und sich die atmosphärischen Bedingungen verändern, warnen Wissenschaftler, dass die kommenden Monate entscheidend sein werden, um festzustellen, ob sich 2026–2027 tatsächlich zu einem Super-El-Niño mit weitreichenden globalen Folgen entwickelt.