Thai-Virologe warnt vor Hepatitis-A-Ausbruch im Osten: Vorsicht bei rohen Meeresfrüchten empfohlen

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Ein führender thailändischer Virologe warnt vor einem zunehmenden Hepatitis-A-Ausbruch im Osten Thailands und ruft zu strikter Hygiene sowie dem Verzicht auf rohe Meeresfrüchte auf, da jüngere Menschen häufig keine Immunität besitzen.

BANGKOK, Thailand – Ein führender thailändischer Virologe hat vor einem zunehmenden Ausbruch von Hepatitis A im Osten Thailands gewarnt und darauf hingewiesen, dass insbesondere jüngere Bevölkerungsgruppen aufgrund fehlender Immunität besonders gefährdet sein könnten.

Dr. Yong Poovorawan, Senior-Experte an der Medizinischen Fakultät der Chulalongkorn-Universität, erklärte in einem aktuellen Facebook-Beitrag, dass im Jahr 2026 eine relativ hohe Übertragung von Hepatitis A beobachtet werde und Fälle bereits früher als erwartet aufgetreten seien.


Jüngere Generation besonders gefährdet

Der Experte erläuterte, dass sich die Immunität gegen Hepatitis A je nach Altersgruppe deutlich unterscheide:

Die meisten Menschen über 60 Jahre seien durch frühere Infektionen immun

Etwa die Hälfte der 40- bis 50-Jährigen verfüge über teilweise Immunität

Die Mehrheit der unter 40-Jährigen habe keine Immunität, sofern keine Impfung erfolgt sei

Durch verbesserte Hygienestandards in den vergangenen Jahrzehnten sei die natürliche Infektion im Kindesalter zurückgegangen, wodurch jüngere Generationen keine Immunabwehr entwickelt hätten und daher stärker gefährdet seien.

Hepatitis A trete in der Regel nur einmal im Leben auf, danach bestehe eine langfristige Immunität, so der Experte.


Übertragung durch Hygiene und Arbeitsumfeld

Das Virus werde fäkal-oral übertragen, meist über kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Oberflächen. Zwar werde häufig verschmutztes Trinkwasser als Ursache vermutet, die tatsächlichen Infektionsquellen seien jedoch oft schwer eindeutig nachzuweisen.

Dr. Yong wies darauf hin, dass Ausbrüche häufig in großen Arbeitsumgebungen entstehen könnten, insbesondere dort, wo viele Wanderarbeiter zusammenleben und arbeiten. In solchen engen Kontaktsituationen könne sich das Virus unbemerkt ausbreiten.

Er betonte die Bedeutung strenger Hygienemaßnahmen, insbesondere regelmäßiges Händewaschen nach dem Toilettengang. Dies sei besonders wichtig für Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion und Gastronomie. Auch Impfungen in diesen Berufsgruppen seien dringend zu empfehlen.



Rohes Meeresfrüchte als Risiko

Ein weiteres zentrales Risiko sei der Verzehr von Meeresfrüchten. Das Virus könne im Meerwasser überleben und sich in Schalentieren wie Austern oder Herzmuscheln anreichern. Werden diese roh oder unzureichend gegart verzehrt, könne eine Infektion erfolgen.

Zur sicheren Abtötung des Virus müssten Lebensmittel auf mindestens 85 Grad Celsius erhitzt werden. Kurz blanchierte oder rohe Speisen könnten unzureichend erhitzt sein.

Der Experte verwies zudem auf frühere große Ausbrüche, darunter ein Fall in Shanghai, bei dem Hunderttausende Menschen betroffen waren.

Früher Ausbruch sorgt für Sorge vor Regenzeit

In Thailand treten Hepatitis-A-Ausbrüche normalerweise zu Beginn der Regenzeit auf. Dass die Fälle in diesem Jahr bereits während der heißen Jahreszeit auftreten, sorgt für Besorgnis, dass die Infektionszahlen in den kommenden Monaten weiter steigen könnten.