
PATTAYA, Thailand – Auf dem Papier wirkt die Erholung des thailändischen Tourismus Anfang 2026 überzeugend.
Die Regierung berichtet, dass das Land zwischen dem 1. Januar und dem 22. Februar 2026 insgesamt 5.947.434 internationale Besucher begrüßte und dabei geschätzte Tourismuseinnahmen von 293,1 Milliarden Baht erzielte. China war mit fast einer Million Ankünften der größte Herkunftsmarkt, gefolgt von Malaysia, Russland, Indien und Südkorea.
Laut der stellvertretenden Regierungssprecherin Airin Phanrit beliefen sich die Ankünfte in der Woche vom 16. bis 22. Februar auf 879.587 – ein leichter Rückgang von 0,34 % gegenüber der Vorwoche. Malaysia verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 33 % auf 111.581 Besucher und damit das stärkste Ergebnis seit acht Wochen, angetrieben durch Schulferien. Russische Ankünfte stiegen um 7,57 %, während die Zahlen aus China, Indien und Südkorea nach dem Ende der Hauptreisezeit etwas nachgaben – wobei China weiterhin fast 200.000 Besucher in nur einer Woche stellte.
Mit Blick nach vorn erwarten die Behörden stabile Ankunftszahlen bis Ende Februar, unterstützt durch „Ease of Traveling“-Maßnahmen wie die Aussetzung des TM.6-Einreiseformulars, erhöhte Flugfrequenzen und die Sicherheitskampagne „Trusted Thailand“. Zudem verweisen die Verantwortlichen auf eine breitere Verlagerung chinesischer Auslandsreisen in Richtung ASEAN, was Thailand zusätzlichen Rückenwind geben dürfte.
Aus nationaler Sicht scheint der Tourismotor wieder zu laufen.
Doch auf den Straßen von Pattaya tun sich viele langjährige ausländische Einwohner und Geschäftsinhaber schwer, diese Zahlen mit ihren täglichen Beobachtungen in Einklang zu bringen.
Barbetreiber, Restaurantbesitzer, Ladeninhaber und Hotelangestellte berichten von ungleichmäßigem Besucheraufkommen: kurze Phasen mit Aktivität wechseln sich mit langen ruhigen Abschnitten ab. Manche Bereiche wirken nur zu bestimmten Tageszeiten belebt, während andere – besonders abseits organisierter Tourrouten – eher an Nebensaison als an eine vollständige Hochsaison-Erholung erinnern. Für diejenigen, die hier das ganze Jahr leben und arbeiten, misst sich die Erholung nicht an wöchentlichen Ankunftsstatistiken, sondern an konstanten Tagesumsätzen, Tischumschlägen und auch unter der Woche gebuchten Hotelzimmern.
Diese Diskrepanz nährt Skepsis.
Unter Expats in Pattaya hört man immer wieder denselben Satz: „Wir sind vor Ort.“ Viele argumentieren, dass reine Ankunftszahlen weder Kaufkraft noch Aufenthaltsdauer oder die tatsächliche lokale Verteilung der Tourismuseinnahmen widerspiegeln. Große Reisegruppen, die per Bus anreisen, festen Programmen folgen und am selben Tag wieder abreisen, könnten zwar die nationalen Zahlen erhöhen, aber nur begrenzten Nutzen für unabhängige Betriebe bringen.
Geschäftsinhaber, die noch immer die Folgen der Pandemie spüren, bleiben besonders vorsichtig. COVID war nicht nur eine Verlangsamung – es vernichtete Ersparnisse, führte zu dauerhaften Geschäftsschließungen und trieb viele Betreiber in die Verschuldung. Für sie bedeutet Erholung eine nachhaltige Nachfrage über Monate hinweg, nicht kurzfristige Ausschläge durch Schulferien, Werbeaktionen oder Charterflüge.
Zudem besteht weiterhin Misstrauen gegenüber der Übertragung nationaler Daten auf lokale Realitäten. Was für Bangkok oder Phuket funktioniert, lässt sich nicht immer auf Pattayas komplexe Mischung aus Nachtleben, Mittelklassehotels, kleinen Restaurants und informellen Dienstleistungen übertragen. Wenn Behörden von „Qualitätstourismus“ sprechen, wünschen sich Einheimische klarere Belege: höhere Pro-Kopf-Ausgaben, längere Aufenthalte, wiederkehrende Besucher und sichtbare Vorteile in den Stadtvierteln – nicht nur starke Schlagzeilenzahlen.
All dies bedeutet nicht, dass die Regierungszahlen falsch sind. In der Gesamtsicht mögen sie zutreffen. Doch in Pattaya entsteht Vertrauen nicht durch Pressebriefings oder Dashboards – sondern durch Einnahmen, Reservierungen und das Gefühl, dass morgen stärker ist als heute.
Bis sich die Erholung vor Ort konstant bemerkbar macht, werden viele Expats und Geschäftsinhaber die Zahlen weiterhin mit Vorsicht „schlucken“ und auf Beweise warten – nicht in Statistiken, sondern im nachhaltigen Alltagsgeschäft.










