30 Tage visafrei: Wie viele Einreisen sind erlaubt – und wie bleibt man länger?

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Thailand bestätigt die Rückkehr zur 30-tägigen visafreien Aufenthaltsdauer und betont damit den touristischen Zweck der Regelung, während weiterhin Fragen zur Häufigkeit möglicher visafreier Einreisen bestehen.

PATTAYA, Thailand – Auch wenn ein offizielles Startdatum noch nicht bekannt gegeben wurde, haben Regierungsstellen bestätigt, dass die erlaubte Aufenthaltsdauer im Rahmen der thailändischen Visa-Befreiung wieder von 60 Tagen auf 30 Tage reduziert wird. Dieser Schritt signalisiert eine klare politische Kurskorrektur: Die visafreie Einreise soll wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen – dem Tourismus – und nicht als Instrument für einen faktischen Langzeitaufenthalt genutzt werden.

Die häufig gestellte Frage „Wie oft darf man visafrei nach Thailand einreisen?“ bleibt dennoch bestehen. Gleichzeitig ist sie eine Frage, die das thailändische Rechtssystem bewusst nie eindeutig numerisch beantwortet hat. Denn die Visabefreiung war politisch nie als Mittel für einen dauerhaften Aufenthalt gedacht – genau dieses Missverständnis hat jedoch zu den heutigen Problemen geführt.

 



60 Tage waren ein wirtschaftliches Experiment, kein dauerhaftes Versprechen

Die Ausweitung der visafreien Aufenthaltsdauer von 30 auf 60 Tage sowie die Erweiterung der berechtigten Staaten von 57 auf 93 Länder war keine großzügige Geste, sondern eine wirtschaftliche Maßnahme nach der Pandemie zur Wiederbelebung des Tourismussektors. Zielgruppe waren klar definierte Touristen – nicht de facto ansässige Ausländer.

In der Praxis zeigte sich jedoch schnell eine strukturelle Schwäche. Echte Touristen bleiben in der Regel zwei bis drei Wochen. Wer die vollen 60 Tage ausschöpfte, war häufig kein klassischer Urlauber. Stattdessen nutzten manche die verlängerte Frist für nicht gemeldete Erwerbstätigkeiten, Nominee-Konstruktionen, illegale Tourangebote oder geschäftliche Aktivitäten ohne Arbeitserlaubnis und Steuerregistrierung. Diese Problematik wurde von thailändischen Tourismusunternehmen offen angesprochen und an das zuständige Ministerium herangetragen.

 

Wie viele visafreie Einreisen sind nun erlaubt?

Die unbequeme Wahrheit lautet: Es gibt keine festgelegte Zahl – bis es faktisch eine gibt. Das Gesetz nennt kein jährliches Maximum für visafreie Einreisen. Stattdessen verfügen Einwanderungsbeamte über einen erheblichen Ermessensspielraum.

Häufige Einreisen, lange aufeinanderfolgende Aufenthalte oder erkennbare Muster, die nicht mit klassischem Tourismus übereinstimmen, sind für sich genommen nicht automatisch illegal. In ihrer Gesamtheit können sie jedoch dem Zweck der Visabefreiung widersprechen. In solchen Fällen sind Beamte berechtigt, genauer zu prüfen, die Einreise zu verzögern oder zu verweigern – nicht weil ein Gesetz gebrochen wurde, sondern weil dessen Zweck unterlaufen wird.

 

 

Rückkehr zu 30 Tagen ist kein Rückschritt, sondern ein Neustart

Die Reduzierung auf 30 Tage ist daher weniger als Einschränkung, sondern vielmehr als politische Korrektur zu verstehen. Dreißig Tage gelten als ausreichend für touristische Aufenthalte, Verlängerungen bleiben für echte Besucher möglich. Die Botschaft ist klar: Tourismus ist willkommen – ein langfristiger Aufenthalt über die Visabefreiung jedoch nicht.

Wer plant, dauerhaft oder langfristig in Thailand zu leben, sollte nicht auf wiederholte Grenzübertritte setzen, sondern den Aufenthaltsstatus an den tatsächlichen Zweck anpassen. Thailand fordert keine Ausreise, sondern Rechtssicherheit und Transparenz durch das passende Visum.

 



Die 60-Tage-Regel war ein zeitlich begrenztes Experiment, das systematische Fehlentwicklungen sichtbar gemacht hat. Die Rückkehr zu 30 Tagen überrascht daher weniger als die Annahme, die 60 Tage seien eine dauerhafte Regelung gewesen.

Thailand bleibt offen für Besucher – aber die Unterscheidung zwischen Touristen und faktischen Daueraufenthaltern wird künftig konsequenter durchgesetzt.