Beinahe-Tragödie an Schulüberweg verdeutlicht Thailands anhaltende Verkehrssicherheitskrise

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Ein Pickup fährt während der Schulschlusszeit über einen Zebrastreifen vor der Khon Kaen Airport School und missachtet dabei deutlich sichtbare Schulzonenwarnungen, wodurch Kinder in Gefahr geraten.

PATTAYA, Thailand – Ein Beinahe-Unfall vor einer Schule in Khon Kaen hat erneut öffentliche Empörung über rücksichtsloses Fahrverhalten und den mangelnden Schutz von Fußgängern in Thailand ausgelöst – insbesondere in Schulzonen, die eigentlich der Sicherheit von Kindern dienen sollen.

Der Vorfall ereignete sich am 4. Februar während der Schulschlusszeit vor der Khon Kaen Airport School. Ein Pickup fuhr mit hoher Geschwindigkeit über einen Zebrastreifen und ignorierte dabei eine gehobene Warnflagge, die Schülern das sichere Überqueren der Straße ermöglichen sollte. Mehrere Kinder hatten den Überweg bereits betreten, als das Fahrzeug nicht abbremste.



Eine Katastrophe konnte nur durch das schnelle Eingreifen von Kanlabodin Benjamas verhindert werden. Der Mathematiklehrer, der an diesem Tag Aufsicht hatte, erkannte die Gefahr rechtzeitig, stellte sich schützend vor die Schüler und zog sie im letzten Moment zurück, bevor der Pickup den Zebrastreifen passierte.

Der 70-jährige Fahrer erklärte später gegenüber der Polizei, er sei aufgrund gesundheitlicher Probleme auf dem Weg ins Krankenhaus gewesen. Er kehrte anschließend zum Unfallort zurück und entschuldigte sich bei den Schülern und Lehrern. Die Behörden verhängten eine Geldstrafe von 2.000 Baht und zogen Punkte im Rahmen des thailändischen Verkehrssanktionssystems ab.

Der 70-jährige Fahrer des Pickups wird von Polizei und Schulvertretern umringt, während er sich nach dem Vorfall bei Schülern und Lehrern entschuldigt. Gegen ihn wurde eine Geldstrafe verhängt und Punkte im Führerscheinregister abgezogen.

Diese Erklärung konnte die öffentliche Kritik jedoch kaum beruhigen. In sozialen Netzwerken äußerten viele Nutzer Unverständnis darüber, warum ein Fahrer mit gesundheitlichen Problemen überhaupt mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war – insbesondere in einer Schulzone. Andere verwiesen auf grundsätzliche Probleme wie unzureichende Durchsetzung von Verkehrsregeln, mangelnden Respekt vor Verkehrszeichen und die weit verbreitete Annahme, dass Zebrastreifen automatisch Sicherheit garantieren.

Zahlreiche Stimmen forderten zudem strukturelle Änderungen, etwa eine Neugestaltung von Abholsystemen an Schulen, um Kinder besser vom fließenden Verkehr zu trennen. Gleichzeitig wurde betont, dass sich gefährliche Fahrgewohnheiten ohne konsequentere Kontrollen und spürbare Konsequenzen kaum ändern würden.


Thailand zählt weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Verkehrsunfallzahlen weltweit. Der Vorfall in Khon Kaen verdeutlicht erneut, dass Markierungen, Warnschilder und Schulzonen allein nicht ausreichen, solange Fahrdisziplin und konsequente Durchsetzung der Regeln fehlen.

In diesem Fall verhinderte die schnelle Reaktion eines Lehrers Schlimmeres. Doch in der öffentlichen Diskussion herrscht Einigkeit darüber, dass Verkehrssicherheit nicht von heldenhaften Einzelentscheidungen abhängen darf.