Verschwendete Farbe trotz grüner Ampeln Fußgänger in Pattaya weiterhin in Gefahr

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Ein ausländisches Paar versucht, die Pattaya Second Road zu überqueren, während Motorräder und Autos den Zebrastreifen weiterhin passieren – ein Bild, das wachsende Beschwerden über Lärm, mangelnde Kontrolle und unsichere Straßen widerspiegelt. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Für viele ausländische Besucher und Langzeitresidenten ist das Zufußgehen in Pattaya längst weniger eine Frage des Vorrechts als vielmehr eine Frage des Überlebens. Von ohrenbetäubend lauten Motorrädern bis hin zu Fahrzeugen, die entgegen der Fahrtrichtung durch Einbahnstraßen fahren, werden die Beschwerden über die Verkehrssicherheit – insbesondere für Fußgänger – täglich lauter.



Fußgängerüberwege, die eigentlich sicheren Übergang bieten sollen, gelten bei vielen als praktisch bedeutungslos. „Welche Fußgängerüberwege?“ ist eine häufige Reaktion. Kritiker berichten, dass Zebrastreifen ignoriert, durch parkende Fahrzeuge blockiert oder selbst bei grünem Fußgängersignal von Autos und Motorrädern überfahren werden. Kreuzungen wie Thepprasit–Thappraya werden dabei immer wieder genannt – dort sollen Fußgänger und Fahrzeuge gleichzeitig Grün erhalten, teils in unmittelbarer Nähe einer Polizeibox.

Auch Gehwege bieten kaum Schutz. Besucher beklagen, dass diese regelmäßig als Fahr- oder Parkflächen genutzt werden und Fußgänger dadurch gezwungen sind, auf die Straße auszuweichen. Ein Langzeitbesucher fasste es sarkastisch zusammen: „Gehwege sind zum Drauffahren da.“

Ein zentraler Kritikpunkt ist die mangelnde Durchsetzung der Verkehrsregeln. Viele bemängeln, dass sich Polizeikontrollen stark auf die Führerscheine von Ausländern konzentrieren, während zahlreiche einheimische Motorradfahrer offenbar ohne gültige Fahrerlaubnis oder grundlegende Verkehrskenntnisse unterwegs seien. „Wenn jemand die Regeln nicht kennt, ist das nicht die Schuld des Fahrers, sondern der Behörden“, sagte ein frustrierter Anwohner und verwies auf unzureichende Ausbildung bei der Führerscheinerteilung.

Zwei ausländische Touristen verlassen den markierten Überweg auf der Pattaya Second Road und gehen Risiken im dichten Verkehr ein, da viele Fußgänger Zebrastreifen kaum noch als Schutz empfinden. (Foto: Jetsada Homklin)

Andere sehen die Ursache in inkonsequenter Kontrolle. „Neunundneunzig Prozent aller Beschwerden laufen auf schlechte Polizeiarbeit hinaus“, lautet ein oft wiederholter Vorwurf. Einige gehen sogar so weit zu behaupten, Verkehrsüberwachung diene mehr der Einnahmengenerierung als der Sicherheit und sei zu einer „Geldmaschine“ verkommen.

Ein weiteres Reizthema ist die Lärmbelastung. Große Motorräder mit manipulierten Auspuffanlagen, die nachts über Beach Road, Second Road und durch Wohngebiete rasen, werden als „unerträglich“ und „chaotisch wie ein Schlachtfeld“ beschrieben. Forderungen nach hohen Geldstrafen und strengeren Lärmschutzgesetzen werden immer lauter, verbunden mit der Frage, warum wirksame Maßnahmen so lange auf sich warten lassen.

 

Auch die Infrastruktur steht in der Kritik. Viele Besucher fragen, warum Pattaya – insbesondere entlang der Beach Road und Second Road – kaum Fußgängerbrücken hat, während diese in Bangkok seit Langem genutzt werden, um Fußgänger vom dichten Verkehr zu trennen. „Gebt Fußgängern wenigstens eine Chance“, heißt es in einem Kommentar.

Der Frust beschränkt sich nicht nur auf Pattaya. Ähnliche Klagen gibt es aus Bangkok und Patong, was die weit verbreitete Ansicht bestärkt, dass Fußgängerüberwege in Thailand „eine Verschwendung von Farbe“ seien. Viele sagen, der einzige Weg, sicher die Straße zu überqueren, bestehe darin, langsam auf die Fahrbahn zu treten und den Verkehr zum Anhalten zu zwingen – ein riskantes Vorgehen, das insbesondere für Neuankömmlinge gefährlich ist.



Mehrere Stimmen warnen Touristen ausdrücklich davor, sich auf Zebrastreifen oder grüne Ampeln zu verlassen. „Wer einem Fußgängerüberweg in Thailand vertraut, verletzt sich fast zwangsläufig“, so ein Besucher. Auch vor direkten Konfrontationen mit rücksichtslosen Fahrern wird gewarnt, da solche Situationen schnell eskalieren können.

Trotz aller Kritik bleibt eine Botschaft konstant: Die Schuld liege nicht bei den Touristen. Viele sehen die Ursachen vielmehr in schlechtem Verkehrsmanagement, schwacher Kontrolle, mangelhafter Ausbildung und einer Infrastruktur, die Fahrzeuge über Menschen stellt.
Bis sich daran etwas ändert, raten erfahrene Anwohner Fußgängern, sich weniger auf Markierungen und Ampeln zu verlassen – und stattdessen auf permanente Wachsamkeit, wenn sie sich auf Pattayas Straßen bewegen.