
PATTAYA, Thailand – Jedes große Festival in Pattaya folgt demselben Muster: bunte Lichter, große Menschenmengen und offizielle Beteuerungen von „Ordnung“ und „Sicherheit“. Doch kaum stehen die Verkaufsstände, rollen Motorräder auf die Gehwege, Autos blockieren Durchgänge und Fußgänger werden in den fließenden Verkehr gedrängt. Wenn die Musik verstummt, bleibt alles beim Alten.
Anwohner sagen, das eigentliche Problem sei nicht ein Mangel an Regeln, sondern eine Kultur der Toleranz, die konsequente Durchsetzung ersetzt hat. Einige Tage mit Strafzetteln während Großveranstaltungen reichten nicht aus. „Das ist wie Nasenspray bei einer Grippe“, sagte ein langjähriger Bewohner. „Die Symptome verschwinden kurzzeitig, aber die Krankheit bleibt.“
In vielen Teilen Pattayas behandeln Geschäftsinhaber öffentliche Gehwege wie private Erweiterungen ihrer Läden. Motorräder werden dort abgestellt, wo gerade Platz ist. Autos blockieren Zugänge, ohne ernsthafte Konsequenzen zu fürchten. Selbst die neu gestaltete Strandpromenade, die eigentlich die Fußgängerfreundlichkeit verbessern sollte, wird regelmäßig mit Verkaufsständen zugestellt. Familien, Kinder und ältere Menschen werden dadurch wieder auf die Straße gedrängt.
Bewohner verweisen auf Jomtien sowie den Abschnitt zwischen Pratumnak und Jomtien als warnende Beispiele dafür, was passiert, wenn Toleranz an die Stelle von Disziplin tritt: Verkehrschaos, blockierte Gehwege und Sicherheit, die der Bequemlichkeit geopfert wird. Ihrer Ansicht nach entsteht Respekt erst dann, wenn Regeln sichtbar, konsequent und spürbar durchgesetzt werden.
Pattaya leidet nicht unter einem Mangel an Gesetzen. Die Stadt leidet unter mangelndem Willen, diese Gesetze gleichmäßig, dauerhaft und ohne Ausnahmen anzuwenden. Solange sich daran nichts ändert, werden Festivals immer wieder dieselbe unbequeme Wahrheit offenlegen: Pattaya kennt das Problem – entscheidet sich aber dafür, es zu tolerieren.









