
PATTAYA, Thailand – Die thailändische Regierung prüft die Wiedereinführung der 15-tägigen visumfreien Einreise für indische Touristen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im regionalen Tourismusmarkt zu stärken.
Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul erklärte, dass das Außenministerium voraussichtlich im Juli einen Vorschlag dem Kabinett vorlegen werde, Indien wieder in die sogenannte Por.15-Kategorie aufzunehmen. Dadurch könnten indische Staatsangehörige erneut ohne Visum nach Thailand einreisen und sich bis zu 15 Tage im Land aufhalten.
Der Vorschlag folgt auf den Kabinettsbeschluss vom 19. Mai 2026, die thailändische Visapolitik zu überprüfen. Im Rahmen der überarbeiteten Regelungen wurde die zuvor geltende 60-tägige Visumbefreiung für berechtigte ausländische Besucher verkürzt. Für indische Staatsbürger gilt seither wieder das Visa-on-Arrival (VOA)-Verfahren, das bei der Einreise einen Antrag sowie eine Gebühr erfordert.
Der Minister kündigte außerdem an, dass die Regierung bestehende Ungleichheiten bei den Visabestimmungen für mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union beseitigen wolle. Nach dem aktuellen Vorschlag sollen Bürger aus Kroatien, Bulgarien, Zypern und Malta künftig für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen visumfrei nach Thailand einreisen dürfen. Damit würde die thailändische Visapolitik stärker an die Standards der Europäischen Union angepasst.
Unterdessen haben Wirtschaftsverbände aus den Andamanen-Provinzen Premierminister Anutin Charnvirakul aufgefordert, die derzeitigen Einreisebestimmungen für indische Besucher zu überdenken. Sie warnen, dass die Verpflichtung, ein Visa on Arrival zu beantragen und die Gebühr von 2.000 Baht zu entrichten, Reisende abschrecken und Geschäftsmöglichkeiten an konkurrierende Reiseziele verlieren lassen könnte.
Nach Angaben der Wirtschaftsvertreter betrifft dies insbesondere den lukrativen indischen Markt für Meetings, Incentives, Conferences and Exhibitions (MICE) sowie Hochzeiten im Ausland. Zwischen 2023 und 2025 fanden in Thailand mehr als 600 indische Hochzeitsveranstaltungen statt, die Einnahmen von über acht Milliarden Baht generierten. Branchenvertreter befürchten, dass zusätzliche Visakosten und bürokratische Hürden Veranstalter dazu bewegen könnten, andere Länder als Austragungsort zu wählen.













