Gewalt, Alkohol und Chaos: Touristen fürchten Songkran in Pattaya

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Das Wan Lai Festival in Pattaya ist eine beliebte lokale Tradition, die seit Generationen weitergegeben wird und als kulturelle Erweiterung von Songkran gilt. Es wird für seine lebendige Atmosphäre und seinen Gemeinschaftsgeist geschätzt, auch wenn nicht alle Besucher die Erfahrungen während der Feierlichkeiten als positiv empfinden.

PATTAYA, Thailand – Während die verlängerten Songkran-Feierlichkeiten in Pattaya andauern, wird die Debatte darüber intensiver, ob sich das Fest zu weit von seinen kulturellen Wurzeln entfernt hat und zunehmend als eine Phase urbanen Chaos wahrgenommen wird.

Obwohl Songkran eine der bekanntesten Traditionen Thailands bleibt, hat es sich in Pattaya immer mehr zu einem langgezogenen Stadtereignis entwickelt, das sich über viele Tage – teilweise über eine Woche – in den wichtigsten Tourismuszonen erstreckt. Einwohner und Langzeitbesucher argumentieren, dass sich die einst kulturelle Feier inzwischen wie ein Belastungstest anfühlt, geprägt von dauerhaft nassen Straßen, Verkehrsproblemen und alkoholbedingtem Verhalten im öffentlichen Raum.


Meinungen in lokalen Foren und unter Expats zeigen eine klare Spaltung. Während einige die Wasserschlachten als Teil der touristischen Identität der Stadt akzeptieren, fordern andere, dass die Teilnahme freiwillig sein und klar vom Alltag getrennt werden sollte.

Ein langjähriger Bewohner schlug ein einfaches visuelles System vor: „Wer ein geblümtes Hemd trägt, darf nass gemacht werden – alle anderen nicht.“ Andere wiederum berichten, dass sie während der Festtage lieber mehrere Tage zu Hause bleiben, um unvorhersehbaren Situationen im öffentlichen Raum zu entgehen.

Besonders große Sorgen bereitet die Verkehrssicherheit. Vor allem Motorradfahrer berichten von plötzlichen und heftigen Wasserwürfen während der Fahrt. Ein Fahrer schilderte, wie er bei etwa 80 km/h auf der Sukhumvit Road direkt ins Gesicht getroffen wurde: „Bei dieser Geschwindigkeit fühlte es sich an wie ein Tritt gegen Gesicht und Brust. Ohne Vollvisierhelm wäre ich sicher gestürzt.“

Kritiker bemängeln, dass sich die Behörden häufig auf Trunkenheit am Steuer konzentrieren, während die Gefahr durch Wasserwürfe auf fahrende Fahrzeuge – insbesondere auf Schnellstraßen – unterschätzt wird.

Auch wird kritisiert, dass solche Vorfälle in der öffentlichen Diskussion oft untergehen. „Das Wasser ins Gesicht von Motorradfahrern ist ein großes Problem“, schrieb ein Nutzer. „Ironischerweise wird oft Alkohol am Steuer verantwortlich gemacht, obwohl selbst nüchterne Fahrer keine Chance haben zu reagieren.“

Gleichzeitig wächst die Unterstützung für eine bessere Organisation statt eines kompletten Verbots. Viele schlagen ausgewiesene Zonen für Wasserspiele vor, während Hauptverkehrsstraßen und wichtige Verkehrsachsen frei bleiben sollen. Andere fordern, die Feierlichkeiten zeitlich zu begrenzen, etwa bis zum Sonnenuntergang.


Einige Einwohner erinnern sich daran, dass es früher eine klarere Trennung zwischen Feierbereichen und normalem Stadtleben gab. In den letzten Jahren habe jedoch insbesondere in touristisch stark frequentierten Vierteln die Intensität deutlich zugenommen.

Auch das Image bei Besuchern steht zur Diskussion. Während kurzfristige Touristen weiterhin angezogen werden, befürchten manche, dass Stammgäste und Langzeitbesucher durch die unberechenbare Situation abgeschreckt werden könnten.


Im Kern geht es um die Frage, welche Identität das Fest künftig haben soll – eine offene, unkontrollierte Straßenfeier oder ein strukturierteres Ereignis, das Tradition, Sicherheit und nachhaltigen Tourismus in Einklang bringt.

Die Debatte über Songkran in Pattaya zeigt letztlich die wachsende Spannung zwischen Feierfreude und Kontrolle – und den Ruf nach klaren Grenzen, bevor aus Spaß ein ernsthaftes Risiko wird.