Aufhebung des Nachmittags-Alkoholverkaufsverbots in Thailand sorgt für Kritik

0
48

 

PATTAYA, Thailand – Wissenschaftler und Experten für öffentliche Gesundheit haben Bedenken geäußert, nachdem die thailändische Regierung die Verkaufszeiten für alkoholische Getränke landesweit ausgeweitet hat. Laut einer am 28. Mai im Königlichen Gesetzblatt veröffentlichten Bekanntmachung wurde das bisherige Verkaufsverbot zwischen 14:00 und 17:00 Uhr aufgehoben. Alkohol darf nun dauerhaft durchgehend von 11:00 bis 24:00 Uhr verkauft werden.

Mit der neuen Regelung entfällt das langjährige Nachmittags-Verkaufsverbot, das bisher Teil der thailändischen Alkoholkontrollpolitik war. Kritiker befürchten, dass die längere Verfügbarkeit den Konsum von Alkohol am Tag normalisieren und insbesondere bei jüngeren Menschen sowie Erstkonsumenten zu einem höheren Alkoholkonsum führen könnte.



Fachleute aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit warnen, dass ein leichterer Zugang zu alkoholischen Getränken über den gesamten Tag hinweg bestehende Präventionsmaßnahmen schwächen könnte. Dies gelte insbesondere für Gemeinden, in denen Alkoholmissbrauch bereits ein gesellschaftliches Problem darstellt. Studien zeigten, dass die Verfügbarkeit von Alkohol häufig direkten Einfluss auf das Konsumverhalten und langfristige gesundheitliche Folgen habe.

In stark vom Tourismus geprägten Orten wie Pattaya, wo das Nachtleben bereits ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist, gehen Beobachter davon aus, dass die gelockerten Vorschriften die alkoholbezogenen Aktivitäten sowohl bei einheimischen als auch bei ausländischen Besuchern weiter steigern könnten. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass Hotels, Restaurants, Bars und andere Unternehmen des Gastgewerbes von den verlängerten Verkaufszeiten profitieren dürften.


Obwohl die Regierung bislang keine Anzeichen für eine Rücknahme der Maßnahme erkennen lässt, setzen sich die Diskussionen zwischen Gesundheitsorganisationen, lokalen Gemeinschaften und Vertretern der Wirtschaft fort. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wirtschaftliche Vorteile mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und gesellschaftlicher Verantwortung in Einklang gebracht werden können.