
PATTAYA, Thailand – Das thailändische Amt zur Drogenbekämpfung (ONCB) hat nach eigenen Angaben die Herkunft des Heroins ermittelt, das mit der in Australien festgenommenen thailändischen Flugbegleiterin in Verbindung steht. Die Ermittlungen führen zu einem Schmuggelnetzwerk im Goldenen Dreieck, während die Behörden ihre Maßnahmen zur Zerschlagung der internationalen Drogenorganisation verstärken.
ONCB-Sprecherin und stellvertretende Generalsekretärin Areepak Ngernbamrung erklärte, dass in der vergangenen Nacht landesweite Razzien durchgeführt wurden. Dabei sei ein Drogennetzwerk aufgedeckt worden, das vom Goldenen Dreieck aus operiere. Einige Verdächtige stünden in direktem Zusammenhang mit dem Fall der Flugbegleiterin von Thai Airways, andere gehörten zu getrennten Schmuggelnetzwerken. Weitere Einzelheiten wollen die Behörden auf einer Pressekonferenz im Laufe des Tages bekannt geben.
Die Ermittler wiesen zudem Berichte zurück, wonach der Fahrer einer Limousine, der den mit Heroin gefüllten Koffer an die Flugbegleiterin geliefert haben soll, bereits festgenommen worden sei. Areepak stellte klar, dass die festgenommene Person in einem anderen Verfahren gesucht wurde. Die Fahndung nach dem eigentlichen Kurier laufe jedoch weiter. Dank des dichten Überwachungsnetzes mit Videoaufzeichnungen in Bangkok seien die Behörden zuversichtlich, den Verdächtigen bald zu identifizieren – selbst wenn er sich nicht freiwillig melde.
Nach Angaben des ONCB liegt der Schwerpunkt der kommenden ein bis zwei Tage auf der Zerschlagung der Schmuggelroute, über die Heroin von Thailand nach Australien transportiert wurde. Die Ermittler hätten bereits Teile der Lieferkette identifiziert, darunter Kuriere für Transport und Lagerung der Drogen vor dem Export, Komplizen in Thailand sowie die vorgesehenen Empfänger in Australien. Diese Erkenntnisse sollen im Rahmen der gemeinsamen Ermittlungen an die australischen Behörden weitergegeben werden.
Gleichzeitig untersuchen die Behörden, weshalb die 26-jährige Flugbegleiterin einem Facebook-Konto mit dem Namen „Rose Rose“ vertraut haben soll, obwohl Fluggesellschaften ihren Besatzungen ausdrücklich untersagen, Pakete für Dritte zu transportieren. Australische Ermittler werten derzeit ihre Aussagen aus und wollen diese anschließend den thailändischen Behörden übermitteln.
Das ONCB bestätigte, inzwischen sowohl die Herkunft des Heroins als auch die Quelle des verwendeten Gepäcks zu kennen, verweigerte jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen weitere Angaben. Nach bisherigen Erkenntnissen stammt das Heroin nicht aus Thailand. Das Land sei vielmehr als Transit- und Umschlagplatz genutzt worden, bevor die Drogen ins Ausland weitergeleitet wurden.
Nach Angaben des ONCB schleusen internationale Schmugglerorganisationen Heroin üblicherweise über drei Hauptrouten nach Thailand: über das Goldene Dreieck im Norden des Landes, über die nordöstliche Grenzregion sowie über die Provinz Kanchanaburi. Anschließend werde das Rauschgift neu verpackt und in internationale Zielländer versandt.
Die Ermittler bestätigten außerdem, dass Überwachungskameras zeigen, wie das verdächtige Paket am 22. Juni an die Wohnung der Flugbegleiterin geliefert wurde. Zuvor hatte sie seit Anfang Juni über mehrere Wochen hinweg Online-Kontakt mit ihrem mutmaßlichen Auftraggeber.
Die Behörden prüfen nun auch, ob es sich tatsächlich um ihren ersten Transport eines Pakets ins Ausland handelte, wie sie gegenüber den australischen Ermittlern angegeben haben soll. Nach offiziellen Reiseunterlagen war sie bereits 14-mal nach Australien gereist. Dies werfe die Frage auf, ob ähnliche Transporte möglicherweise schon früher stattgefunden hätten.
Die Ermittlungen dauern an. Thailändische und australische Behörden arbeiten weiterhin eng zusammen, um das grenzüberschreitende Drogennetzwerk vollständig zu zerschlagen.













