
KOH PHANGAN, Thailand – Nach dem Tod eines angesehenen thailändischen Arztes hat die Polizei auf Koh Phangan die Anklagen gegen einen britischen Tourismusunternehmer verschärft. Der 51-jährige Brite Wilcock Duncan soll unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol gestanden haben, als er bei einem Motorradunfall den bekannten Mediziner schwer verletzte. Nach dem Ableben des Opfers wird ihm nun fahrlässige Tötung durch rücksichtsloses Fahren vorgeworfen.
Die Polizei bestätigte am 7. Juni, dass gegen Duncan, Eigentümer eines Ausflugsboot-Unternehmens auf Koh Phangan, eine neue Anklage vorbereitet wird. Das Opfer, der 53-jährige außerordentliche Professor Dr. Theerasak Kaewamaritwong, auf der Insel allgemein als „Dr. Ton“ bekannt, war ein hoch angesehener Facharzt für Lungen- und Intensivmedizin.
Der Unfall ereignete sich am Abend des 23. Mai gegen 21.21 Uhr in Moo 1 auf Koh Phangan in der Provinz Surat Thani. Dr. Theerasak soll gerade sportlich unterwegs gewesen sein, als er von einem Motorrad erfasst wurde, das nach Angaben der Ermittler von Duncan gefahren wurde. Der Arzt erlitt schwerste Verletzungen, darunter massive Kopfverletzungen und Hirnblutungen.
Nach einer Erstversorgung wurde er in das Ramathibodi-Krankenhaus in Bangkok verlegt, wo er mehrere Wochen auf der Intensivstation behandelt wurde. Trotz intensiver medizinischer Bemühungen verstarb er am 7. Juni an den Folgen seiner Verletzungen.
Nach Bekanntwerden seines Todes leitete die Polizei umgehend Maßnahmen ein, um Duncan zu kontaktieren. Dieser war zuvor am 26. Mai vom Provinzgericht Koh Samui gegen Kaution vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden.
Nach Angaben der Polizei wurde der Verdächtige an der Adresse angetroffen, die er dem Gericht mitgeteilt hatte. Duncan soll jedoch um eine Verschiebung seines Termins bei den Ermittlern gebeten haben und angekündigt haben, am 8. Juni gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt zu erscheinen.
Die bisherigen Vorwürfe wegen schwerer Körperverletzung durch rücksichtsloses Fahren werden nun auf fahrlässige Tötung ausgeweitet. Die Ermittler wollen außerdem beim Gericht die Aufhebung der Kaution beantragen, da angesichts der schwerwiegenderen Anklage die Gefahr einer Flucht bestehe.
Bereits vor dem Tod des Arztes sah sich Duncan mit mehreren strafrechtlichen Vorwürfen konfrontiert. Dazu gehören rücksichtsloses Fahren mit schwerer Verletzungsfolge, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ohne Hilfeleistung, Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis, Nutzung eines nicht ordnungsgemäß versteuerten Fahrzeugs, Fahren ohne vorgeschriebene Versicherung, Kokainkonsum sowie Fahren unter Alkoholeinfluss.
Darüber hinaus ermitteln die Behörden in einem separaten Verfahren gegen den Briten wegen mutmaßlicher Verstöße im Zusammenhang mit seinem Tourismusunternehmen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, thailändische Strohmänner eingesetzt zu haben, um ein Unternehmen entgegen den gesetzlichen Beschränkungen für Ausländer zu betreiben. Zudem soll er touristische Dienstleistungen ohne die erforderlichen Genehmigungen angeboten haben.
Zu den weiteren Vorwürfen zählen die Angabe falscher Informationen gegenüber Behörden, die unerlaubte Ausübung geschützter Geschäftstätigkeiten durch einen Ausländer, die Umgehung von Eigentumsbeschränkungen durch thailändische Nominees sowie der Betrieb eines Tourismusunternehmens ohne Lizenz.
Mit der neuen Anklage sieht sich Duncan nun insgesamt elf strafrechtlichen Vorwürfen aus zwei getrennten Verfahren gegenüber.
Der Tod von Dr. Theerasak hat auf Koh Phangan und darüber hinaus große Betroffenheit ausgelöst. Kollegen, Patienten und Inselbewohner würdigten ihn als engagierten Arzt, der sowohl Einheimischen als auch Besuchern der Insel wichtige medizinische Hilfe leistete.
Die Ermittlungen dauern an, während die Staatsanwaltschaft die erweiterten Anklagen vorbereitet.













