
FUJIAN, China – Ein chinesischer Mann hat die Scheidung eingereicht und fordert die Rückzahlung von mehr als 720.000 Yuan (rund 100.000 US-Dollar) an Brautgeld, Hochzeitskosten, Schmuck und weiteren Ausgaben. Er begründet seinen Antrag damit, dass seine Ehefrau während der gesamten Ehe jede Form körperlicher Nähe verweigert habe.
Chinesischen Medienberichten zufolge lernte der Mann, der als A Quan identifiziert wurde, seine spätere Ehefrau A Ding über einen Heiratsvermittler kennen. Das Paar verlobte sich im Mai 2024, registrierte anschließend die Ehe und feierte im September desselben Jahres die Hochzeit.
Im Rahmen der Heiratsvereinbarungen zahlte die Familie des Bräutigams Berichten zufolge ein Brautgeld von 288.000 Yuan (etwa 40.000 US-Dollar). Hinzu kamen Ausgaben für die Hochzeitsfeier, Schmuck und weitere Kosten, sodass sich die Gesamtausgaben auf mehr als 720.000 Yuan beliefen.
A Quan behauptet jedoch, dass sich das Eheleben nie wie erwartet entwickelt habe. Kurz nach der Hochzeit habe seine Frau für ihre Arbeit eine Unterkunft in einer anderen Stadt gemietet und sei nur einmal pro Woche nach Hause zurückgekehrt.
Noch schwerwiegender sei nach seinen Angaben, dass sie jede Form körperlicher Nähe konsequent abgelehnt habe. Laut Gerichtsunterlagen, auf die sich lokale Medien berufen, habe sie sogar Umarmungen zurückgewiesen. In einigen Fällen sei sie dabei so stark belastet gewesen, dass sie ins Badezimmer geeilt sei und sich übergeben habe.
Trotz wiederholter Gespräche und Vermittlungsversuche beider Familien konnten die Differenzen nicht beigelegt werden. Schließlich entschloss sich A Quan, die Scheidung gerichtlich zu beantragen.
Der Vater von A Ding verteidigte seine Tochter und erklärte, sie habe der Ehe freiwillig zugestimmt und vor der Hochzeit eine medizinische Untersuchung absolviert. Sie sei weder gegen die Ehe noch gegen ein Familienleben eingestellt, habe jedoch Schwierigkeiten im Umgang mit Beziehungen und emotionalem Stress, was zum Scheitern der Ehe beigetragen haben könnte.
Während A Ding Berichten zufolge der Scheidung zugestimmt hat, herrscht weiterhin Uneinigkeit darüber, ob das Brautgeld und die Hochzeitskosten zurückgezahlt werden müssen. Diese Frage soll nun im Rahmen des Gerichtsverfahrens geklärt werden.
Der Fall hat in chinesischen sozialen Medien eine breite Debatte ausgelöst. Einige Kommentatoren äußerten Mitgefühl für die Frau und vermuteten, dass sie möglicherweise an einer Störung leide, die mit starker Angst oder erheblichem Unwohlsein in Bezug auf körperliche Intimität verbunden ist. Andere spekulierten über einen möglichen Zusammenhang mit sogenannten Heiratsbetrugsfällen, bei denen Ehen vor allem zum Erhalt von Brautgeld geschlossen und anschließend rasch beendet werden. Für solche Vorwürfe wurden in diesem Fall jedoch bislang keine öffentlichen Beweise vorgelegt.
Nun wird erwartet, dass ein Gericht darüber entscheidet, ob ein Teil des Brautgeldes oder der Hochzeitskosten an den Kläger zurückerstattet werden muss.













