Thailand beschleunigt EU-Freihandelsabkommen und OECD-Beitritt bei diplomatischer Offensive in Europa

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Thailand treibt die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union voran und will den OECD-Beitritt innerhalb von drei Jahren erreichen. Premierminister Anutin forderte thailändische Diplomaten in Europa auf, das Land als hochwertigen Investitions- und Lieferkettenstandort statt als Niedriglohnstandort zu präsentieren.

PARIS, Frankreich – Thailand beschleunigt seine wirtschaftsdiplomatische Strategie in Europa. Premierminister Anutin Charnvirakul forderte thailändische Botschafter und Konsuln in 24 europäischen Ländern dazu auf, die Bemühungen um zentrale Handels- und Investitionsziele deutlich zu verstärken, insbesondere beim Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Union sowie beim angestrebten Beitritt des Landes zur OECD.

Während eines Treffens mit den thailändischen diplomatischen Vertretungen in Europa erklärte der Premierminister, dass Thailand international nicht länger als Standort für billige Arbeitskräfte wahrgenommen werden solle. Stattdessen müsse das Land als moderner Investitionsstandort mit hoher Stabilität, belastbaren Lieferketten und umfassender industrieller Infrastruktur positioniert werden.



Anutin betonte, dass thailändische Diplomaten im Ausland wie „Marketingdirektoren“ des Landes agieren müssten. Ihre Aufgabe bestehe darin, bei europäischen Regierungen und Investoren Vertrauen aufzubauen und Thailand als verlässlichen Standort für Geschäftserweiterungen in Asien zu präsentieren.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand insbesondere das seit Jahren stockende Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Union. Die Regierung wolle die Verhandlungen nun deutlich beschleunigen. Der Premierminister erklärte, dass der Abbau von Zoll- und Handelshemmnissen den Zugang thailändischer Produkte zum europäischen Markt erheblich erweitern würde, insbesondere für hochwertige Agrarprodukte, Industrieerzeugnisse und andere wichtige Exportbranchen.

Zudem kündigte die Regierung einen stärker koordinierten Verwaltungsansatz an. Behörden sollen künftig in sogenannten integrierten Clustern zusammenarbeiten, um bürokratische Hürden abzubauen und Handels- sowie Investitionsprozesse schneller umzusetzen.


Auch die internationale wirtschaftliche Positionierung Thailands spielte eine zentrale Rolle bei dem Treffen. Thailand bekräftigte das Ziel, innerhalb von drei Jahren Mitglied der Organisation for Economic Co-operation and Development zu werden und verkürzte damit den bisherigen Fünfjahresplan.

Die Regierung betrachtet die OECD-Mitgliedschaft als strategischen Schritt zur Verbesserung regulatorischer Standards, zur Stärkung der wirtschaftlichen Glaubwürdigkeit und zur engeren Annäherung an führende Industrienationen.

Das Treffen verdeutlichte zudem Thailands umfassendere Strategie, sich angesichts der globalen Veränderungen in den internationalen Lieferketten als wettbewerbsfähiges regionales Wirtschafts- und Produktionszentrum neu zu positionieren. Europäische Märkte gelten dabei als wichtiger Pfeiler der exportorientierten Wachstumsstrategie des Landes.