
PATTAYA, Thailand – Vergangene Woche wandte sich ein amerikanischer Mandant an unsere Kanzlei mit einer Anfrage zur Rückführung von Geldern für den Kauf einer Eigentumswohnung in Pattaya. Obwohl der Zweck der Überweisung gegenüber der Geschäftsbank ausdrücklich angegeben wurde, sah er sich mit einer Reihe komplexer rechtlicher Hürden konfrontiert. Dazu gehörten strenge Transaktionslimits, die verpflichtende Offenlegung der „Herkunft der Gelder“ sowie umfangreiche Dokumentationsanforderungen, die deutlich über frühere Verfahrensnormen hinausgingen. Dieses Phänomen ist kein Einzelfall, sondern eine direkte Folge grundlegender Veränderungen internationaler Steuerrahmenwerke und der thailändischen Innenpolitik.
- Übergang in das CRS-Zeitalter
Thailand hat sich offiziell dem multilateralen Abkommen über den automatischen Austausch von Finanzkontoinformationen (CRS – Common Reporting Standard) angeschlossen. Dadurch unterliegen Finanzkonten und Transaktionen von in Thailand ansässigen Personen nun dem automatisierten Informationsaustausch zwischen Steuerbehörden in mehr als 100 Staaten weltweit. Dieses höhere Maß an Transparenz erschwert die Verschleierung von Einkommensquellen erheblich und veranlasst Finanzinstitute dazu, ihre Sorgfaltspflichten nach internationalen Standards zu verschärfen. - Die entscheidende Rolle des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA)
Für Mandanten wie den erwähnten amerikanischen Staatsbürger ist ein umfassendes Verständnis des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Thailand und den Vereinigten Staaten von wesentlicher Bedeutung. Das DBA dient als wichtiges rechtliches Instrument zur Vermeidung der Doppelbesteuerung derselben Einkommensquelle. Um Rechte aus dem DBA wirksam geltend zu machen, müssen Steuerpflichtige jedoch überprüfbare Nachweise über ihren Steuerwohnsitz sowie Belege über bereits im Herkunftsland gezahlte Steuern vorlegen, damit diese in Thailand angerechnet werden können – insbesondere gemäß den neuen Kriterien der thailändischen Steuerbehörde (Anweisung Nr. Paw. 161/2566). - Strategische Steuerplanung
In der heutigen Situation bedeutet Steuerplanung nicht mehr nur die Suche nach gesetzlichen Gestaltungsmöglichkeiten, sondern die strategische Verwaltung der gesamten Dokumentationskette.
▪ Trennung von Vermögenswerten: Klare Unterscheidung zwischen ursprünglichem Kapital und neu erzielten Gewinnen oder Einkünften.
▪ Nachweis der Vermögensherkunft: Die Angabe „Wohnungskauf“ auf dem Foreign Exchange Transaction (FET)-Formular beschreibt zwar den Verwendungszweck der Gelder, der eigentliche rechtliche Schutz besteht jedoch darin, belegen zu können, dass es sich um rechtmäßig erworbene und ordnungsgemäß versteuerte Ersparnisse handelt.
Verspätete Vorbereitung oder mangelndes Verständnis grenzüberschreitender Datenvernetzung kann zu überhöhten Steuerlasten und Schwierigkeiten bei der Einhaltung regulatorischer Anforderungen von Finanzinstituten führen.
In meinem nächsten Beitrag werde ich über das kürzlich unterzeichnete Memorandum of Understanding (MOU) zwischen 23 thailändischen Regierungsbehörden berichten. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Bekämpfung sogenannter „Nominee“-Strukturen, die von bestimmten ausländischen Gruppen genutzt werden, um Immobilien entgegen der eigentlichen gesetzlichen Zielsetzung zu halten.













