
PATTAYA, Thailand – Der geldpolitische Ausschuss der thailändischen Zentralbank hat einstimmig mit 6 zu 0 Stimmen beschlossen, den Leitzins unverändert bei 1,00 Prozent pro Jahr zu belassen. Gleichzeitig warnte das Gremium am 29. April vor einer Abschwächung der wirtschaftlichen Aussichten aufgrund zunehmender geopolitischer Risiken und steigender Kostenbelastungen.
Nach Angaben des Ausschusssekretärs Don Nakornthab geht das Gremium davon aus, dass die thailändische Wirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 langsamer wachsen wird. Die Prognosen wurden auf 1,5 Prozent beziehungsweise 2,0 Prozent gesenkt. Grund hierfür sind unter anderem die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten, der die Energiepreise erhöht, die Kaufkraft der Haushalte schwächt und die wirtschaftliche Unsicherheit verstärkt.
Der Ausschuss erklärte, dass die Wirtschaftsdaten vor Beginn des Konflikts ein stärker als erwartetes Wachstum gezeigt hätten, getragen von der Binnennachfrage und den Ausfuhren. Der Krieg habe jedoch neue Abwärtsrisiken geschaffen. Der private Konsum dürfte unter steigenden Lebenshaltungskosten und schwächeren Einkommensaussichten leiden, während auch die Zahl der Touristen durch höhere Reisekosten und Einschränkungen belastet wird.
Für den Tourismus werden 33 Millionen Besucher im Jahr 2026 und 35,5 Millionen im Jahr 2027 erwartet. Das Ausfuhrwachstum zeigt sich hingegen vergleichsweise widerstandsfähig, gestützt durch die anhaltende weltweite Nachfrage nach technologiebezogenen Gütern.
Zudem verwies der Ausschuss darauf, dass staatliche Konjunkturmaßnahmen den Abschwung teilweise abfedern könnten. Ein staatliches Programm im Umfang von 300 Milliarden Baht könnte das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 um zusätzliche 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte erhöhen, wobei der Effekt im Folgejahr voraussichtlich nachlassen wird.
Die Inflationsrate dürfte im Jahr 2026 im Durchschnitt auf 2,9 Prozent steigen, nach minus 0,5 Prozent im ersten Quartal, vor allem infolge höherer globaler Energiepreise und der Weitergabe von Kostensteigerungen. Für 2027 wird ein Rückgang auf 1,5 Prozent erwartet, da der Kostendruck auf der Angebotsseite allmählich nachlässt. Die Kerninflation wird für 2026 auf 1,6 Prozent und für 2027 auf 1,5 Prozent geschätzt.
Die Verantwortlichen warnten, dass die Inflationsrisiken weiterhin erhöht bleiben, insbesondere durch mögliche Störungen der Energieversorgung, etwa im Zusammenhang mit der Straße von Hormus, sowie durch eine stärkere Weitergabe von Kostensteigerungen durch Unternehmen als erwartet.
Die Finanzmärkte haben bereits auf die globale Unsicherheit reagiert. Die Renditen von Staatsanleihen sind im Einklang mit internationalen Entwicklungen gestiegen, während der thailändische Baht aufgrund der Abhängigkeit des Landes von Energieimporten aus dem Nahen Osten an Wert verloren hat.
Obwohl die Kreditzinsen im Bankensystem nach früheren Zinssenkungen gesunken sind, bleibt das Kreditwachstum schwach, da Finanzinstitute angesichts steigender Risiken weiterhin vorsichtig bei der Kreditvergabe sind.
Der geldpolitische Ausschuss bekräftigte, dass das aktuelle Zinsniveau angemessen sei, um wirtschaftliche Unterstützung mit Preisstabilität und Stabilität des Finanzsystems in Einklang zu bringen. Gleichzeitig werde man die Inflationserwartungen sowie die geopolitischen Entwicklungen weiterhin genau beobachten.













